Reise in französische Partnerstadt Tergnier

Erster Weltkrieg: Schüler begeben sich in Frankreich auf Spurensuche

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Spurensuche: In Workshops und Projektgruppen bereiteten sich die WFS-Schüler auf ihre Gedenk- und Begegnungsfahrt nach Tergnier vor. In Wolfhagens Partnerstadt folgen sie den Spuren des Ersten Weltkrieges.

Wolfhagen. 42 Schüler der Wilhelm-Filchner-Schule reisen in der kommenden Woche in Wolfhagens französische Partnerstadt Tergnier. Begleitet werden sie von sechs Lehrern, Bürgermeister Reinhard Schaake, Mitglieder der Partnerschaftskommission und vom Evangelischen Kirchenkreis Wolfhagen.

Zwischen dem dortigen Collège Joliot-Curie und der Wilhelm-Filchner-Schule besteht seit über 30 Jahren ein alljährlicher Schüleraustausch. Die anstehende Exkursion hat einen aktuellen Anlass, sie soll an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnern, der in Frankreich als „La grande guerre“ bezeichnet wird. Im für die Franzosen „großen Krieg“, der für sie in seinen schrecklichen Dimension noch vor denen des Zweiten Weltkrieges rangiert, starben 1,3 Millionen französische Soldaten. Auf deutscher Seite waren es zwei Millionen Soldaten. Weltweit kostete der Krieg neun Millionen Soldaten das Leben, in der Zivilbevölkerung waren acht Millionen Tote zu beklagen.

Die Region um das 14 000 Einwohner zählende Tergnier war eines der am stärksten betroffenen Schlachtfelder. In der Stadt lag das Hauptquartier der britischen Armee. Zum Höhepunkt des Stellungskrieges 1917/1918 wurden 95 Prozent der Häuser in Tergnier zerstört. Während der Fahrt zu den Waffenstillstandsverhandlungen am 7. November 1918, Leiter der deutschen Delegation war der Staatssekretär Matthias Erzberg, stoppte nachts um 3.45 Uhr der Konvoi. Erzberg fragte den französischen Kommandanten Francois-Louis-Joseph-Marie De Bourbon-Busset: „Wo sind wir?“ Die Antwort des Franzosen: „In Tergnier.“ Erzberg: „Aber hier ist ja kein einziges Haus.“ De Bourbon-Busset: „Ganz richtig, aber hier war vormals eine Stadt.“

Auf dem Programm der Gedenk- und Begegnungsfahrt stehen der Besuch der Stadt Reims und des Beinhauses von Douaumont. Dort werden die Gebeine von über 130 000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt, die allein während der Kämpfe um Verdun gefallen sind. In den vergangenen Monaten wurden die WFS-Schüler in Projekttagen und Workshops auf die besondere historische Situation des Ersten Weltkrieges und das deutsch-französische Nachbarschaftsverhältnis sensibilisiert. Sie haben eigene Projekte erarbeitet. (red)

Quelle: HNA

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