In Melsungen

Erstes Fazit: Boucsein ist seit 100 Tagen Bürgermeister

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Noch nicht bei 100 Prozent: Markus Boucsein im Kreise seiner Vorgänger. Der 49-Jährige ist seit gut 100 Tagen im Amt. Er habe sich ein Jahr gegeben, um bei 100 Prozent zu sein.

Melsungen. Markus Boucseins Art kommt bei den Menschen gut an. Er ist ein Bürgermeister zum Anfassen, gut gelaunt und er hat immer ein offenes Ohr. Das habe mit Respekt gegenüber den Einwohnern und Menschen zu tun, sagt Boucsein. Dabei sei es ihm völlig gleich, wer ihn gewählt habe.

Nur 90 Stimmen mehr als auf Ulrike Hund entfielen auf ihn. In der Leichtathletik ist das ein Foto-Finish. "Der Vorsprung ist minimal. Viele meiner Wähler fühlen sich ein bisschen so, als wäre genau ihre Stimme eine der entscheidenden gewesen. Das schweißt zusammen", sagt Boucsein. Er habe auch den Eindruck, dass seine Parteilosigkeit bei den Menschen ankomme. Fraktionsübergreifend sei ein wichtiges Stichwort. Das gelte für die die Zusammenarbeit im Magistrat und im Parlament. Es gebe auch CDU-Positionen Anträge, die er nicht unterstütze, sagt der 49-Jährige.

Auch wenn er viele Sachthemen noch nicht so drauf habe und noch nicht jedes Förderprogramm kenne, sei er sehr entspannt. "Die Verwaltung ist ausgezeichnet. Alle Abteilungen leisten eine tolle Arbeit für Melsungen", sagt er. Das mache es ihm leicht, sich um konzeptionelle und gestalterische Aufgaben zu kümmern. "Mein verwaltungsfachliches Wissen muss und sollte nicht an erster Stelle stehen, ich bin gut abgesichert", sagt Boucsein.

Image-Film entsteht

Ein Wahlkampfthema war die Außendarstellung der Stadt. Ein Image-Film entsteht derzeit, die Internetseite wird neu gemacht, es ist ein Wanderwegekonzept im Entstehen, mit dem geworben werden soll. "Wir werden die Stadt besser vermarkten", ist sich Boucsein sicher.

Thema Kassensturz: Ob das konzeptionelle Arbeiten genügt, werden die Haushaltsvorbereitungen für 2014 zeigen. "Beim Geld ausgeben gelten natürlich andere Regeln als in der freien Wirtschaft." Der Verantwortung mit Steuergeld umzugehen, sei er sich bewusst. "Für uns stehen daher förderfähige Vorhaben im Vordergrund."

Über die Arbeit sei er nicht ernüchtert. "Ich würde meine Entscheidung wieder so treffen." Der Gestaltungsspielraum sei geringer, als gedacht. "Aber er ist groß genug." Kleinere Vorhaben ließen sich mit dem Magistrat aber zeitschnell beheben. So sei die Verkehrsführung an der Lindenbergstraße zurückgenommen worden und die Wege im Schlosspark wurden kurzerhand ausgebessert.

Noch nicht bei 100 Prozent

Beim Anblick der Ahnengalerie überkomme ihn schon Ehrfurcht. Auch wenn er quasi dazugehöre, er fühle sich erst zu 35 Prozent in der Rolle des Bürgermeisters angekommen. Er freue sich aber sehr darauf, die 100 Prozent voll zu machen. "Ich habe anlässlich meiner Kandidatur gesagt, ganz oder gar nicht und das gilt natürlich immer noch."

Mehr lesen Sie in der Samstagsausgabe der Melsunger Allgemeinen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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