Erstes Studenten-Haus in der Stadt Wolfhagen durch Programm gefördert

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Großes Projekt: Markus und Michaela Hohmann vor dem Fachwerkhaus an der Schützeberger Straße. Das Gebäude aus dem Jahr 1670 wird derzeit zum ersten Studenten-Haus in Wolfhagen umgebaut.

Wolfhagen. Die Stadt Wolfhagen hatte vor einigen Monaten ein Förderprogramm „Aktive Kernbereiche" für Sanierungen in der Altstadt vorgestellt, nun trägt das Modell erste Früchte: In direkter Nähe zur historischen Stadtkirche entstehen in einem Fachwerkhaus Wohnungen für Studenten der Kasseler Uni.

Besitzer Markus Hohmann investiert nach eigenen Angaben etwa 130.000 Euro in die Komplettsanierung des Hauses an der Schützeberger Straße aus dem Jahr 1670. Bis zum Semesterbeginn im Herbst sollen insgesamt sieben Zimmer zwischen 15 und 30 Quadratmetern entstehen. Die Kosten von 150 bis maximal 250 Euro Warmmiete sind laut Hohmann einer der Hauptgründe, warum er an das Konzept der Wolfhager Studenten-WGs glaubt. Vergleichbare Zimmer in Kassel etwa würden circa das doppelte an Miete kosten.

Außerdem seien ihm keine WG-Zimmer in der Stadt Kassel bekannt, die über einen ähnlichen Standard verfügen. Neben frisch renovierten und barrierearmen Zimmern nach neustem Energiestandards stehen im Studenten-Haus große Gemeinschaftsräume wie Wohn-/Esszimmer, komplett eingerichtete Küche, zwei Bäder und ein Whirpool zur Verfügung. Die erste von zwei Etagen ist bereits kurz vor der Fertigstellung, es gibt auch schon erste Interessenten, sagt der 50-jährige Kasseler, der vor knapp einem Jahr bereits ein Fachwerkhaus in Wolfhagen kaufte, sanierte und nun dort lebt. Weiterer Aspekt im Wohnkonzept für Studenten sei die RegioTram. Der Wolfhager Bahnhof sei in wenigen Minuten zu erreichen, die Fahrt mit der Regio Tram zur Uni Kassel dauere nur eine Stunde.

Das Projekt wurde durch das Förderprogramm mit 20.000 Euro unterstützt, sagt Bauamtsleiter Michael Joost. Dies sei laut Joost ein Beispiel dafür, wie man die Altstadt in eine positive Zukunft führen könne.

Hintergrund:

Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake freut sich über das erste Studenten-Haus. Das studentische Wohnen sei ein wegweisendes Projekt, um die Probleme der Innenstadtentwicklung lösen zu können. Man habe eine Untersuchung mit der Uni Kassel durchgeführt, um den Bedarf für Studenten-Wohnungen zu ermitteln. Dieser sei zwar eher gering, dennoch sei er überzeugt, dass das Konzept funktioniere.

Auch Kreissprecher Harald Kühlborn hält das Projekt für eine „gute Idee“. Das Projekt sei gut für die Region, aber auch für die Stadt Wolfhagen und könnte zur Belebung der Altstadt beitragen, so der Sprecher des Landkreises Kassel. (uli)

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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