Präsident des Bauernverbandes zieht überwiegend positive Bilanz

Erträge bei Ernte besser als zunächst befürchtet

Schwalm-Eder. Die Ernte gestaltet sich schwierig, die Erträge allerdings können sich sehen lassen. Dieses Fazit zog Friedhelm Schneider, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, am Mittwoch beim Erntegespräch in der Raiffeisen-Warenzentrale in Ziegenhain.

„Die Bilanz für den Schwalm-Eder-Kreis ist besser, als wir noch im Frühjahr vermutet haben“, bestätigte Adolf Lux, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Angesichts der Achterbahnfahrt des Wetters - erst war es zu trocken, dann zu nass - seien die Landwirte mit einem blauen Auge davongekommen. Entscheidend für den Ertrag bei dieser Wetterlage sei vor allem die Bodenqualität, erklärte Schneider. Deshalb könne man durchaus regionale Unterschiede beobachten.

Für den Schwalm-Eder-Kreis schlägt die Mittelgebirgslage positiv zu Buche, denn die dadurch bedingte spätere Ernte wirke sich vorteilhaft aus. Die Experten gehen davon aus, dass die warme Witterung der vergangenen Tage die befürchteten Mindererträge geringer ausfallen lässt.

Friedhelm Schneider hatte eine weitere positive Nachricht parat: Es zeichneten sich gute Getreidepreise ab. Die weltweite Nachfrage lasse sie deutlich steigen.

Sie unterliegen allerdings starken Schwankungen - darauf verwies Reinhard Stieglitz, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warenzentrale Kurhessen-Thüringen. Er nannte drei Faktoren, die inzwischen den Wert einer Ernte bestimmen: „Wetter, Währung und Warenterminmarkt.“

Von Sylke Grede

Hintergrund

Gelitten unter den Wetterkapriolen habe der Raps, sagte Bauernverbandspräsident Friedhelm Schneider. Die Frucht weise oft Mindererträge und einen geringeren Ölgehalt auf. Rosig sieht es laut Kreislandwirt Adolf Lux auch nicht für die Viehbetriebe aus: Beim Futterbau habe es stellenweise gar keine Ernte gegeben, erklärte er. Eine hohe Qualität und einen guten Ertrag gibt es laut Lux bei Mais, Zuckerrüben und Kohl. Auch die Weizenernte sei im Schnitt besser ausgefallen als noch im Frühjahr erwartet, zudem stimme dessen Qualität. Im Schwalm-Ederkreis wird auf 70 000 Hektar Landwirtschaft betrieben, davon sind 20 000 Hektar Grünland. (syg)

Quelle: HNA

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