200 Landwirte und Gäste feierten am Sonntag Kreiserntedankfest in der Antreffhalle

Erwartungen offen ansprechen

Hartmut Schneider

Merzhausen. Zum Kreiserntedankfest trafen sich am Sonntagnachmittag 200 Landwirte und ihre Gäste. Gefeiert wurde in der Merzhäuser Antreffhalle, organisiert worden war der Nachmittag von den Landsenioren und dem Kreisbauernverband. Unterstützt wurden sie von der Landjugend sowie den Ziegenhainer Landfrauen. Für Unterhaltung sorgten der Wasenberger Posaunenchor und der Frauenchor, geleitet von Thomas Keller und Thomas Klein.

Die Vorsitzende der Landsenioren grüßte zunächst die Gäste in der herbstlich geschmückten Halle, danach traten Bürgermeister Heinrich Vesper, Landrat Frank-Martin Neupärtl, Monika Preis-Boland vom Fachbereich Agrarförderung beim Kreis, Isabell Heimel, Vizepräsidentin der Hessischen Landsenioren und Rainer Ochs für den Kreisbauernverband ans Mikrofon. Pfarrer Carsten Simon hielt eine Andacht.

Die Festrede gestaltete Hartmut Schneider von der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck. Er ist in der ländlichen Familienberatung tätig und widmete sich am Sonntag dem Thema „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. In erster Linie gehe es um die Pflege von Beziehung, verdeutlichte Schneider: „Fremde Menschen mit derselben Achtung zu behandeln, mit der man selbst behandelt werde möchte.“ Hierfür sei die Familie ein alltägliches Übungsfeld.

Dabei gehöre zum miteinander Reden auch das miteinander Streiten: „Man kann Streit nicht vermeiden, er hat sogar etwas entlastendes“, erläuterte Schneider. In der Beratung gehe es aber nicht nur um Konflikte, sondern auch um Menschen, die ihr Leben und Arbeiten im Familienunternehmen stärker in den Blick nehmen wollten. „Auch die Bereitschaft zur Klärung erfordert Nächstenliebe“, sagte der Festredner. Häufiges Thema sei der Generationenkonflikt: „Das ist etwas normales, denn schließlich hat ein junger Mensch andere Bedürfnisse als ein älterer. Wir müssen uns bewusst machen, dass wir einander nur scheinbar kennen.“ Deshalb sei es wichtig, gegenseitige Erwartungen auszutauschen. „Familie und Unternehmen sind nicht zu trennen“, verdeutlichte Schneider.

Für den Umgang miteinander gab er einige Tipps: Wichtig seien getrennte Wohnbereiche und die Klärung der Zuständigkeiten, Hilfsbereitschaft, Offenheit, Kompromissbereitschaft und Wertschätzung: „Lassen Sie den Gesprächsfaden nie abreißen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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