Erzieher werden händeringend gesucht

Wolfhager Land. Für eine hochwertige frühkindliche Bildung benötigen die Kindergärten in Hessen einer Studie zufolge gut 8600 zusätzliche Erzieher.

In den Kommunen im Altkreis Wolfhagen ist man schon froh, wenn man Erzieher für die vorhandenen Stellen findet. Es fehlt an qualifizierten Erziehern. Diese Entwicklung hat sich in jüngster Zeit noch verschärft.

Die Fachkräfte-Reserve sei annähernd aufgebraucht, erklärt Silke Sennhenn, von der Agentur für Arbeit. 24 Erzieherstellen sind im Landkreis Kassel unbesetzt. Es gebe zwar auch arbeitssuchende Erzieher, aber deren Qualifikation entspreche nicht dem Anforderungsprofil, Mobilität und Flexibilität seien nicht gegeben oder die Arbeitszeiten passten nicht. Sennhenn rechnet künftig mit einem weiteren Anstieg der Vakanzzahlen.

Der Mangel an Erziehern sei ein zunehmendes Problem der kommenden Jahre, bestätigt Kreissprecher Harald Kühlborn. Dies verstärke sich noch, je näher man an die Stadt Kassel komme.

Die Zeiten, dass man nur mit dem Finger schnippen brauchte und zehn Bewerber wären da gewesen, seien lange vorbei, erklärt Kai Liebig von der Stadt Wolfhagen. Wenn man heute qualifizierte Kräfte suche, müsse man einen attraktiven Arbeitsplatz bieten, Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten sowie berufliche Perspektiven. Noch komme man gerade so klar. Erhebliche Probleme gebe es aktuell, je geringer die angebotene Stundenzahl ausfalle.

Für Integrationsstellen mit geringer Stundenzahl sei fast niemand zu finden, bestätigt Breunas Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann. „Im ländlichen Raum klappt die Besetzung noch, aber wir stoßen an unsere Grenzen.“

Die Bewerberlage sei sehr überschaubar, meint auch Zierenbergs Hauptamtsleiter Thomas Bergmann. Mögliche Interessenten würden abspringen, wenn man ihnen nur befristete Verträge anbieten könne.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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