Es geht immer um Respekt: Jahreskonferenz der Internationalen Gesellschaft für pferdegestützte Therapie in Oberbeisheim

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Sind Gastgeber der 14. Jahreskonferenz der Internationalen Gesellschaft für pferdegestützte Therapie. Gerhard und Steffen Krebs aus Oberbeisheim betreiben am Zeidlerhof das Unternehmen Horse Dream. Foto:  Brandau

Oberbeisheim. Wenn in dieser Woche Dutzende Menschen aus fünf Kontinenten im Knüll zu Gast sind, beschäftigt sie sich mit einer spannenden Frage: Mit der, wie heutzutage eine gute Mitarbeiterführung in Firmen und Unternehmen aussieht.

Das große Thema Führung 4.0 steht im Mittelpunkt des Kongresses in Oberbeisheim, an dem vom 23. bis 25 März Trainer aus aller Welt teilnehmen. Gastgeber ist die Familie Krebs, die seit vier Jahren auf dem Zeidlerhof eine Akademie für Pferde, Führung und Kommunikation (HorseDream) leitet.

Es geht also um die schwere Frage, wie man denn ein guter Chef wird und Mitarbeiter führt. Und genau das, davon sind Gerhard Krebs und sein Sohn Steffen (35) überzeugt, kann jeder Mensch von Pferden lernen: Seine Führungstalente zu entwickeln und so ein besserer Boss zu werden. Pferde, sagt der 68-Jährige, seien einfach die besten Lehrer der Welt. Sie fordern von allen, die sich ihnen nähern, einen vernünftigen Ton und echten Respekt. Wer das nicht mitbringe, wer sich mit Getöse oder gar Gewalt nähere, der habe schnell verloren.

Es geht um Führung

„Das ist wie in der Arbeitswelt“, sagt Gerhard Krebs. „Chefs, die die Truppe mal eben heftig auf Trab bringen wollen, schlagen sie eher in die Flucht als sie zu guten Leistungen zu motivieren.“ Für Krebs ist jede Kündigung ein echtes Alarmsignal für den Betrieb. Denn die wenigsten Mitarbeiter gingen, weil sie keinen Spaß mehr an der Arbeit haben. Die meisten verließen eine Firma, weil sie einfach nicht mehr mit dem Chef oder dessen Ton klar kämen.

Gerhard Krebs beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema, er hat ein Lernkonzept entwickelt, bei dem Führungskräfte viel von Pferden lernen können – ob sie jemals vorher auf einem Pferd gesessen haben, spielt keine Rolle. Es geht schließlich nicht ums Reiten, es geht um die Art, mit der man mit Menschen und Tieren umgeht.

Die Zügel locker lassen

„Pferde spiegeln die innere Haltung des Menschen wider, sie erkennen schnell, ob der, der da kommt, vertrauenswürdig ist.“ Allein die Art, wie Menschen die Zügel in die Hand nehmen, spreche oft Bände: Die einen hielten sie kurz und straff und lassen nie locker, andere ließen sie ständig schleifen. Es sind viele Metaphern, Bilder, Redewendungen, die sich sozusagen aus de Pferdewelt direkt ins Büro übertragen lassen.

Das pferdegestützte Konzept, mit dem mittlerweile 150 lizenzierte Trainer auf der ganzen Welt arbeiten, funktioniere auf jedem Kontinent, in jeder Kultur. Pferde seien Brücken zwischen Religionen und Kulturen, fordern wenig Kommunikation – aber eben ein klares, freundliches Auftreten. Genau das, was auch in der Arbeitswelt gern gesehen wird. Als Pferdeflüsterer sieht sich Krebs nicht. Als was denn? „Als ein Trainer, der weiß, dass man die Richtung wechseln muss, wenn es in der bisherigen nicht weiter geht.“www.eahae.org

Quelle: HNA

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