Sorge um Wohnhäuser

„Es gibt keinen Bedarf“ - Anwohner empört über Pläne für Neubaugebiet

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Homberg. Die Anwohner des Adam-Krafft-Wegs und Schmückebergswegs sind sauer. Auf einem zurzeit ungenutzten Grünland zwischen den beiden Straßen soll ein allgemeines Wohngebiet entstehen.

Sie sehen keinen Bedarf für ein neues Wohngebiet in Homberg – und sorgen sich um die Sicherheit ihrer Häuser.

„Der Adam-Krafft-Weg ist auf einem Rutschhang gebaut worden. 1980 gab es hier sogar einen Hangrutsch“, sagt Reinhild Trebing, Anwohnerin und Mitglied der Bürgerinitiative. Ihre Sorge: Die angrenzenden Häuser und Grundstücke könnten abrutschen, sollte auf dem Gelände gebaut werden. Würde das Altrichter-Grundstück bebaut, müssten ihrer Ansicht nach alle Baufahrzeuge über den Adam-Krafft-Weg zu dem Gelände fahren, weil das bisher nicht erschlossen ist und es keine andere Möglichkeit gebe, um zu dem Gelände zu gelangen. „Wir sehen unsere Grundstücke gefährdet“, sagt sie.

Planungsverfahren läuft

Für das Grundstück läuft derzeit ein Bauleitplanungsverfahren für ein allgemeines Wohngebiet. Konkret handelt es sich um die Aufstellung einer Änderung Nummer eins zum Bebauungsplan Nummer 31. „Es wird dort kein zusätzliches Gewerbegebiet entstehen“, teilt Heinz Ziegler, Abteilungsleiter der Bauverwaltung, auf Anfrage zum Bebauungsplan mit. Das Bauleitplanungsverfahren besteht laut Bürgermeister Dr. Nico Ritz seit 2009. Wie lange es noch läuft, sei offen, denn es gebe keine Fristen, die eingehalten werden müssten. Die politischen Gremien entscheiden selbst, wann das Verfahren abgeschlossen werden soll. Die Bürgerinitiative sieht jedoch keinen Bedarf für eine Bebauung – auch nicht für Wohnhäuser. Sie kritisieren das Vorhaben nicht, weil ihnen die Aussicht damit genommen wird, oder, weil dann mit mehr Verkehr gerechnet werde, so Hans Wolf, Vorsitzender der Bürgerinitiative. „Die Stadt kann uns aber keinen Grund nennen, wieso neue Baugrundstücke hier nötig sind“, sagt er. Reinhild Trebing fügt hinzu: „Im Holzhäuser Feld gibt es noch 40 voll erschlossene Grundstücke.“

Sie werfen der Stadt vor, dass extra ein Bebauungsplan für nur einen Bauherren zu Lasten vieler Bürger aufgestellt wird. „Das empört uns“, so Trebing.

Bei dem Planungsraum auf dem Grundstück handelt es sich laut Ziegler um eine Fläche von 4225 Quadratmetern. Darin seien auch Grünflächen, Bäume und Verkehrsflächen enthalten. Ein erster Planentwurf zeigt, dass dort bis zu drei Mehrfamilienhäuser entstehen könnten – mit insgesamt bis zu 5000 Quadratmeter Geschossfläche. „Die geplante Bebauung passt nicht in das Umfeld“, sagt Trebing.

Für eine Bebauung in der vorgesehenen Form sehe die Bürgerinitiative keinen Bedarf. Was, ob und wie etwas auf dem Grundstück am Schmückebergsweg möglicherweise umgesetzt werde, das stehe noch nicht fest, so Bürgermeister Ritz. „Der Planentwurf zeigt nur an, was überhaupt alles möglich wäre.“

Das sagt Bürgermeister Nico Ritz: 

Die Bauleitplanung befinde sich in der frühzeitigen Beteiligung, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Es seien Stellungnahmen abgegeben worden, die ausgewertet werden. Bisher gebe es nur eine Planidee. Die sei kein politischer Wille. „Ich verstehe, dass die Bürger Sorgen haben. Aber es steht noch nichts fest. Was von städtischer Seite zugelassen wird, ist noch völlig offen.“ Es könne ein Haus auf dem Grundstück entstehen, es könne aber auch eine grüne Wiese bleiben.

Quelle: HNA

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