Festival begeisterte trotz schlechten Wetters

Euphorischer Regentanz beim 9. Musikschutzgebiet

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Milky Chance aus Kassel

Homberg. Auf dem Grünhof im Homberger Stadtteil Hombergshausen veranstaltete der Verein Musikschutzgebiet am Wochenende zum 9. Mal ein Open-Air-Festival.

28 Künstler und Bands traten auf, 2000 Besucher bevölkerten das Gelände. Völlig durchnässt und mit Schlamm beschmiert tanzen die Besucher des Musikschutzgebiets ausgelassen vor der Hauptbühne.

Mit Gummistiefeln und Regenjacken ausgerüstet können ihnen weder Nässe noch Kälte etwas anhaben. Auch für Verena Maßmeyer (19) und Anne Schlitt (19) aus Schwalmstadt ist vollkommen klar: „Wir bleiben hier!“ Wie in den vergangenen Jahren hatte die Familie Nägel ihr Grundstück für das Spektakel zur Verfügung gestellt. 125 Helfer sorgten dafür, dass alles glatt über die Bühne ging.

Aufgrund des schlechten Wetters war das diesjährige Festival eine besondere Herausforderung für die Veranstalter. „Es war eine Woche voller Langschläge“, sagt Philip Hühne vom Organisationsteam, der zusammen mit den vielen freiwilligen Helfern einige Hürden zu nehmen hatte.

Der eigentlich für die Besucher vorgesehene Parkplatz auf einem Feld war schon fertig präpariert, konnte aber aufgrund des Dauerregens nicht befahren werden.

Home to Paris

Kurzfristig gelang es, die Landstraße zwischen Hombergshausen und Mosheim als behelfsmäßigen Parkplatz von den zuständigen Behörden genehmigen zu lassen. Zudem hatten die Veranstalter einen Shuttledienst eingerichtet, der die Besucher mitsamt Campinggepäck zum Festivalhügel fuhr. Außerdem bot den Gästen ein großes Zirkuszelt Zuflucht vor den Wassermassen. Schlechtes Wetter gehört nach Aussage der Veranstalter zu den Erfahrungen, die man machen muss. „Es besteht ja auch ein Lerneffekt“, sagt Philip Hühne.

Das Musikschutzgebiet ist mittlerweile eine feste Institution und erfreut sich nicht nur bei Festivalfreunden in der Region wachsender Beliebtheit.

Der Hof setzt das Limit

Aber es gibt auch Limits. Im vergangenen Jahr sei das Maximum dessen erreicht worden, was auf dem Hof möglich ist, erklärt Steffen Adams vom Organisationsteam. Und dieser Veranstaltungsort soll keinesfalls gegen ein größeres Gelände eingetauscht werden. „Eine andere Location kommt für uns nicht in Frage“, sagt Hühne.

Das ist auch gut so, denn die Gäste lieben die besondere Atmosphäre des Grünhofs. „Das Festival darf nicht größer werden, damit der familiäre Charakter erhalten bleibt“, finden etwa Maximilian Pfannkuch (17) aus Uttershausen und Bastian Thöne (18) aus Gudensberg.

Zum einmaligen Flair des Musikschutzgebiets trägt natürlich auch die abwechslungsreiche Musik bei. „Wir fanden Milky Chance am besten“, sind sich Paula Kistner (18) und Sara Siebert (17) aus Schauenburg einig. Der Kasseler Newcomer, der am Freitagabend den Platz vor der Hauptbühne füllte, gehörte zu den diesjährigen Top-Acts. Aber auch sonst ließ eine Vielzahl toller Künstler keine Schlechtwetterstimmung zu.

Auf die Ohren gab es unter anderem bei Songs des Berliner Rappers „Chakuza“ und der Indierocker von „We Were Promised Jetpacks“ aus Schottland. Aber auch regionale Künstler wie die Schwälmer Alternative-Band „Leftover Voltage“ brachten die Menge zum Ausrasten.

Maximilian und Bastian fassten es stellvertretend für alle durchnässten, aber begeisterten Besucher zusammen: „Wir finden es supergeil!“  

Von Till Bayer und Benedikt Reuse

Quelle: HNA

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