Evangelischer Bläserkreis Melsungen bietet neues Konzept in der Ausbildung

Melsungen. Als Michael und Ruth Eckhardt vom evangelischen Bläserkreis Melsungen vor zwei Jahren die "Blechbarten" ins Leben riefen, wurde eines schnell klar: Man musste sich in der Nachwuchs-Ausbildung qualitativ verbessern, um dafür dann auch adäquate Musiker zu bekommen.

Denn durch immer wieder gehen Mitglieder dem Bläserkreis dann verloren, wenn sie eine Ausbildung oder ein Studium beginnen. Der Anspruch, die kirchliche Blasmusik populär zu machen und anspruchsvolle Literatur zu interpretieren, ist damit gefährdet.

Diese Gefahr soll nun gebannt werden, denn mit der Diplom-Musiklehrerin Judith Quappen, die auch im Ensemble mitspielt, steht dem Bläserkreis jetzt eine qualifizierte Ausbilderin zur Verfügung. Sie lebt in Morschen und ist dabei, sich als Trompetenlehrerin eine Existenz aufzubauen.

Das Konzept der Ausbildung lehnt sich an die Erfahrungen der Ausbildung bei Yamaha-Schulen oder auch JEKI (jedem Kind ein Instrument) an: Die Kinder erhalten von Anfang an zwei Unterrichtseinheiten in der Woche. Da ist zum einen das Ensemblespiel, das Eckhardt weiterhin ehrenamtlich anleitet. Zum anderen aber auch Einzelunterricht, denn nur da könne man auf individuelle Probleme der Schüler eingehen, sagt Quappen. Während dabei das persönliche Spiel im Vordergrund stehe, gehe es im Ensemblespiel vor allem um die sozialen Aspekte des Musizierens: Dabei gelte es, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden und an einem schönen Gesamtklang zu arbeiten, sagt

Diese Kombination ist für zwei Jahre vorgesehen. Mit dem Anheben des Ausbildungs-Niveaus will der Bläserkreis die musikalische Arbeit in und um Melsungen fördern. Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben, ein Blasinstrument zu erlernen, Instrumente werden gegen eine Gebühr zur Verfügung gestellt. Der Anfängerunterricht ist für alle Altersgruppen offen. Zum Konzept gehört aber auch, die Kinder schon früh in Konzerten mitwirken zu lassen, denn das fördere die Motivation ungemein, sagt Judith Quappen.

Der Bläserkreis sucht auch noch nach weiteren Sponsoren, sagt Michael Eckhardt. Die evangelische Kirche Melsungen und die SELK-Melsungen unterstützen das neue Konzept, nach dem auch schon seit Februar unterrichtet wird, nach ihren Möglichkeiten. Der Erfolg ist jedenfalls schon deutlich hörbar.

Termin:

Die Jungbläser treten am Freitag, 11. Juli, das erste Mal zusammen mit den Blechbarten auf: Die geben ab 19.30 Uhr in der Melsunger Stadtkirche ein Benefizkonzert mit ihrem neuen Programm „Tuuut-Suite“. Dabei spielen sie berühmte Suiten wie Händels „Feuerwerksmusik“ und Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ moderne Literatur. Die „Kids Suite“ von Hans Zellner hat Michael Eckhardt so arrangiert, dass auch die Jungbläser mitspielen können, sie werden auch bei der Zugabe dabei sein. Der Eintritt ist frei, um Spenden am Ausgang wird gebeten. (zad)

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © HNA/Dürr

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