Evangelisches Gemeindehaus

Treffpunkt für alle Menschen: Gemeindehaus in Balhorn wird saniert

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Es ist noch einiges zu tun im neuen evangelischen Gemeindehaus in Balhorn: Erwin Möller und Pfarrer Stefan Kratzke freuen sich auf die Eröffnung, die voraussichtlich im September stattfinden wird.

Balhorn. Der Neuaufbau des Gemeindehauses der Evangelischen Kirche in Balhorn ist ein Projekt, das von vielen Freiwilligen getragen wird. Die Einweihung soll im späten Sommer sein.

Seit Sommer 2016 laufen die Arbeiten, an deren Ende der Kirchengemeinde ein größerer Versammlungsraum, ein lichtdurchflutetes Foyer, eine schicke Küche und im ersten Stock zwei moderne Räume zur Verfügung stehen werden. Auslöser für den Umbau des Hauses, in dem Balken aus dem Jahr 1694 entdeckt wurden, war die Spende eines Gönners über 800.000 Euro.

"Rüstige Rentner" packen bei Sanierung mit an 

Der gebürtige Balhorner, der nicht genannt werden möchte, verknüpfte sein Geschenk mit der Bitte, ein Projekt umzusetzen, von dem die Kirchengemeinde einen möglichst großen Nutzen haben möge. Pfarrer Stefan Kratzke entwickelte einige Ideen, eine davon war der barrierefreie Umbau des Gemeindehauses, von dem Menschen jeden Alters profitieren sollen.

Mauerte die Zwischenwände im ersten Geschoss: Erwin Möller. Er gehört zur Gruppe der „rüstigen Rentner“.

Im Sommer vor zwei Jahren ging es los. Das alte Fachwerkgebäude an der Straße Hinter der Kirche, das früher zunächst als Scheune genutzt wurde, in dem später die Raiffeisenbank Lager und ein Büro führte und in dem es im Keller einmal eine öffentliche Dusche für die Dorfbewohner gab, wurde entkernt. Dabei packten neben dem Posaunenchor auch die „rüstigen Rentner“ mit an. Eine Gruppe von Männern im höheren Alter, die mit ihrer Erfahrung und viel Enthusiasmus Balhorn schon an einigen Stellen hübscher gemacht hat.

Emissionsfreie Energie dank Solaranlage

Im Erdgeschoss wurden Innenwände und die Treppe entnommen. Es wurden Stahlträger eingezogen, die das Gewicht des von 60 auf etwa 90 Quadratmeter vergrößerten Versammlungsraumes tragen. Am Rand des Gebäudes wurde eine neue Treppe gebaut, die ins Obergeschoss führt. Ein Anbau liefert weiteren Platz, eine Glastür soll später einmal auf die Terrasse im Pfarrgarten führen. 

Mit am kostspieligsten am Projekt ist die Energieversorgung, deren Herzstück eine Wärmepumpe ist. Dafür wurden im Pfarrgarten in 1,5 Meter Tiefe 500 Meter Flächenkollektoren verlegt. Eine Solaranlage auf dem Dach mit einer Leistung von 15 Kilowatt liefert den Strom, die den Heizungsbetrieb unterstützt. „Ein dreiviertel Jahr lang verbraucht das Haus emissionsfreie Energie“, sagt Kratzke.

Barrierefrei, architektonisch und im Kopf

Das gesamte Erdgeschoss ist barrierefrei. Das war Pfarrer Kratzke wichtig. Allerdings hat für ihn der Begriff der Barrierefreiheit eine Bedeutung, die über das rein Architektonische hinausgeht und die sich im Gemeindehaus abbilden möge. Die Menschen sollen zusammenkommen, sich wohlfühlen, Grenzen überwinden. Dafür möchte er die Gemeindearbeit wiederbeleben, sie war während der Bauzeit zu kurz gekommen.

Das Budget von 800.000 Euro werden die Gemeindemitglieder nicht ganz halten können. Daher werde bereits für die Arbeiten gesammelt. Auch habe die Gemeinde bereits Streichungen vorgenommen. Grund für die Kostensteigerung seien aus Sicht Kratzkes zu niedrig angesetzte Kalkulationen. Die Einweihung des Gemeindehauses ist für den späten Sommer geplant.

Quelle: HNA

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