Amtsgericht wirft 60-Jährigem Untreue vor

Ex-Anwalt soll 400 Euro zahlen

Fritzlar-Homberg. Einen Strafbefehl über 400 Euro hat am Mittwoch das Amtsgericht Fritzlar gegen einen ehemaligen Rechtsanwalt und Notar aus dem Schwalm-Eder-Kreis erlassen. Dem 60-Jährigen war vorgeworfen worden, das Geld eines Mandanten veruntreut zu haben.

Der Angeklagte vertrat einen Mann gegenüber seiner Kfz-Versicherung und erreichte für den Schaden an dessen Auto die Zahlung von 7800 Euro. Dieses Geld habe der Anwalt aber nie an seinen Mandanten weitergereicht, wirft ihm der Staatsanwalt vor.

Der Angeklagte war nicht vor Gericht erschienen, daher beantragte der Staatsanwalt den Strafbefehl, den Richter Christian Beholz dann auch erließ. Der Angeklagte kann die Strafe von 40 Tagessätzen à 10 Euro nun annehmen, oder er muss vor Gericht erscheinen.

Der Ex-Mandant wartet nicht nur weiter auf sein Geld, sondern hat darüber hinaus erhebliche Kosten, weil er für das kaputte Auto weiterhin Leasinggebühren zahlen muss, so lange der Schaden nicht beglichen ist.

Für den Angeklagten hatte die Geschichte bereits vor dem gestrigen Verfahren Folgen. Wie ein Zeuge, ebenfalls Rechtsanwalt, unserer Zeitung schilderte, hat ihn das Landgericht wegen erheblicher Dienstpflichtverletzung seines Notaramtes enthoben.

Auch die Zulassung als Rechtsanwalt hat der Angeklagte verloren, nachdem die Rechtsanwaltskammer von dem Vorfall erfahren hatte. (zam)

Quelle: HNA

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