Nach 40 Jahren: Vorwurf wegen harter Erziehungsmethoden

Ex-Heimkind beklagt Gewalt im Beiserhaus

Schwalm-Eder. Gewalt und Missbrauch hat es auch im Erziehungsheim Beiserhaus in Knüllwald-Rengshausen gegeben. Ein ehemaliger Zögling hat Vorwürfe gegen die harten Erziehungsmethoden in den 50er- und 60er-Jahren erhoben. Der Mann habe von Gewalt seitens der Erzieher berichtet, sagt Direktor Harald Recke.

Die brutalen Erziehungsmethoden in den Kinder- und Jugendheimen der Nachkriegszeit schlagen seit Monaten hohe Wellen. Auch im Landkreis: Erst vor wenigen Wochen hatten 15 frühere Hephata-Heimkinder Vorwürfe gegen die Erziehungsmethoden in der Schwalmstädter Einrichtung erhoben und von Missbrauch berichtet.

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Kinder mussten gehorchen

In Rengshausen habe bislang nur ein früherer Bewohner Kontakt zu Harald Recke aufgenommen und von den schwierigen Lebensbedingungen berichtet, die dort in der Zeit um 1962 herrschten. Der Mann, der heute in Berlin lebt, gibt an, das die sehr rüden Erziehungsmethoden schuld daran seien, dass er sein späteres Leben verpfuscht habe.

Er berichtet von Gewalt und Willkür und von seinem bis heute andauerndem Kampf mit der Rentenversicherung. Denn diese erkenne die jahrelange unentgeltliche Arbeit, die der Mann als Jugendlicher in den Werkstätten des Beiserhauses geleistet hat, nicht an. Harald Recke ist das Problem bekannt, denn die Sozialversicherungspflicht für ehemalige Heimkinder wurde erst in den späten 70er-Jahren eingeführt.

Der Direktor geht offensiv mit den dunklen Seiten der Heimerziehung um. „Wir sehen uns in der Verantwortung für erlittenes Unrecht“, sagt der 56-Jährige.

Warum sich im Beiserhaus im Gegensatz zu Hephata und anderen vergleichbaren Einrichtungen kaum andere ehemalige Bewohner gemeldet und ihr früheres Leiden offen gelegt haben, kann sich Harald Recke allerdings nicht erklären.

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Quelle: HNA

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