Vorwurf: Rauschgifthandel im großen Stil

Ex-Hells-Angel vor Gericht

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Symbolbild

Fritzlar. Wegen Rauschgifthandels im großen Stil und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, steht jetzt ein 44-Jähriger aus dem Landkreis in Fritzlar vor Gericht.

Von Januar bis November 2010 soll der Mann insgesamt sieben Kilogramm Marihuana (Gras) "von guter Qualität" im Wert von 4000 bis 4600 Euro pro Kilogramm erworben haben. Im November 2010 soll er zudem eine Maschinenpistole nebst 100 Schuss Munition organisiert und dann gegen ein Kilogramm Gras eingetauscht haben.

Eine Aussage wollte der Angeklagte nicht machen. Stattdessen ließ er von seinem Anwalt Helfried Molthäufl eine Erklärung verlesen. In der wurde die Vergangenheit des Angeklagten beschrieben, der früher Mitglied bei den Hells Angels gewesen sei. 2002 sei er ausgetreten, weil ihm die Streitigkeiten mit der Polizei zu viel geworden seien. Kontakt in die Szene habe er jedoch weiterhin gehabt, weil er als selbstständiger Motorradhändler tätig sei.

Dealer ließ ihm eine Probe da

Über diese Tätigkeit habe er auch den Drogendealer D. kennengelernt, der ihm von seinen Marihuana-Geschäften erzählte. Der Angeklagte habe von D. auch eine Probe Gras bekommen, diese jedoch - weil er selbst keine Drogen nehme - einem Bekannten gegeben. Der sei von der Qualität so begeistert gewesen, dass er mehr verlangte.

"Mein Mandant hat sich seinem Bekannten verpflichtet gefühlt", erklärte Molthäufl. Deshalb habe er den Vermittler gespielt und seine Wohnung für die Übergaben zur Verfügung gestellt. Sein Mandant habe daran nichts verdient, sagte Molthäufl: "Er war nur das Telefon."

Irgendwann habe D. den Angeklagten dann gefragt, ob er ihm eine Waffe besorgen könne, die er an einen seiner Kunden verkaufen wollte. Sein Mandant habe sich Hoffnungen auf eine "schnelle Mark" gemacht, sagte Molthäufl. "Und er wollte sein Image als cooler Typ wahren." Deshalb habe er seine Kontakte aus Angels-Zeiten spielen lassen.

Im Dezember sei ein Waffenhändler zum Angeklagten in die Wohnung gekommen, mit der Maschinenpistole in einer Plastiktüte. D. habe die Waffe mitgenommen, bezahlt werden sollte später. Dazu kam es jedoch nicht. Seinem Kunden sei die Waffe zu groß, habe D. gesagt. Der Waffenhändler wollte sie nicht zurücknehmen. Man habe sich darauf geeinigt, dass der Händler ein Kilogramm Gras im Wert von 4000 Euro bekommen sollte.

Nächsten Donnerstag wird die Verhandlung fortgesetzt. Dann soll auch der Drogendealer als Zeuge aussagen.

Von Moritz Schäfer

Quelle: HNA

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