Ex-Kriminalbeamte

Harald Klippert will Bürgermeister in Habichtswald werden

Genießt die Ruhe im Garten, gerne auch mit einem guten Buch: Harald Klippert bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Habichtswald. In seiner Freizeit liest er mit Goethe, Schiller und Shakespeare gerne Klassische Literatur. Für Krimis hat er nichts übrig. Es sei denn, es ist Donna Leons Commissario Brunetti, der die Fälle löst. Foto: Thon

Habichtswald. Am 21. September wählen die Menschen in Habichtswald einen neuen Bürgermeister. Zwei Kandidaten stellen sich zur Wahl - Harald Klippert und Amtsinhaber Thomas Raue. Wir sprachen mit Herausforderer Klippert.

Harald Klippert fühlt sich topfit. Fast jeden Morgen zieht er im Erlebnisbad in Ehlen seine Bahnen. Zwei, drei Mal pro Woche treibt es ihn in den Habichtswald auf seine Joggingrunde. Im Februar dieses Jahres wurde der 61-jährige Kriminalbeamte in den Ruhestand verabschiedet. Seitdem hat er viel Zeit. Und die möchte er mit etwas Sinnvollem füllen. Harald Klippert will Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald werden.

Seine Heimat liegt ihm am Herzen. „Für eine andere Gemeinde würde ich den Job nicht anpacken wollen“, sagt Klippert, der mit Leib und Seele Habichtswalder ist. Seine Kandidatur wirkt auf den ersten Blick irritierend. Könnte er doch das Leben als Pensionär genießen, sich auf Reisen begeben, Sport treiben und sich in die Gartenarbeit hinter seinem Haus in Dörnberg stürzen. „Die meisten Menschen müssen bis 67 arbeiten“, sagt er und fragt: „Warum also nicht auch ich?“ Der gebürtige Ehlener spürt, dass noch was geht. „Bei dem Job im Rathaus ist Erfahrung gefragt“, erklärt er - und davon habe er allerhand.

Klippert, der keiner Partei angehört, sieht sich als Kandidat aller Habichtswalder. Seit einigen Wochen klingelt er an den Haustüren, um sich den Wählern vorzustellen. Aus den Gesprächen habe er viel mitgenommen - etwa, dass ihm die Menschen Mut attestieren allein für die Tatsache, dass er für die Wahl seinen Hut in den Ring geworfen hat.

Er habe gehört, dass zu wenig für die Jugend getan werde und dass die Busverbindung nach Kassel verbessert werden sollte. Der eine oder andere Habichtswalder habe sich angeboten, seinen Wahlkampf unterstützen zu wollen. Selbst Sozialdemokraten hätten versprochen, ihm die Stimme schenken zu wollen. Den 61-Jährigen stört, dass politische Entscheidungen bereits im Vorfeld der Gemeindevertretersitzungen getroffen würden. „Im Prinzip sagt die SPD-Fraktion schon vorher, wo es lang geht“, kritisiert Klippert. Klar habe das Ergebnis der letzten Kommunalwahl zu dieser Mehrheit geführt.

Mehr Parteienvielfalt 

Sollte er gewählt werden, wolle er die Habichtswalder zu mehr Parteienvielfalt motivieren und zumindest die Weichen dafür stellen, dass es eine stärkere Opposition gibt. „Das ist doch das A und O der Demokratie.“ Klippert glaubt an die Kraft der Bürgerinitiativen. Die hätten das Fracking verhindert. Der Widerstand gegen die Gleichstromtrasse SuedLink gehe von Bürgerinitiativen aus. Und, dass Netto sein Interesse am Standort Dörnberg verloren hat, sei ebenfalls einer Bewegung der Bürger geschuldet.

Auf Aufgaben, die in nächster Zeit in der kleinen Gemeinde besonders drängend sind, wollte er sich nicht festlegen. „Die Menschen müssen mir sagen, was umgesetzt werden soll“, sagt der Pensionär, der sich selbst als Moderator der Bürger und Manager der Bürgerinteressen betrachtet. Beim HNA-Lesertreff am Donnerstag, 11. September, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Dörnberg treffen Herausforderer Harald Klippert und Amtsinhaber Thomas Raue aufeinander.

Zur Person

Harald Klippert (61) wurde in Ehlen geboren und wohnt in Dörnberg. Er studierte acht Semester Jura, danach schlug er eine Laufbahn als Kriminalbeamter ein. Sein Schwerpunkt bildete die Wirtschaftskriminalität. An der Verwaltungsfachschule Wiesbaden schloss er das Studium als Diplom-Verwaltungswirt ab. Als Kriminalkommissar arbeitete er zuletzt im Polizeipräsidium Nordhessen und bearbeitete Wirtschafts-, Korruptions-, Amts- und Schwere Umweltdelikte. Seit Februar ist Harald Klippert im Ruhestand. Klippert ist Witwer, er hat einen Sohn (19) und eine Stieftochter (24).

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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