Ex-Polizist muss sich vor dem Amtsgericht verantworten

Wolfhagen/Kassel. Ein der Strafvereitelung, des Verwahrungsbruchs, der Freiheitsberaubung und weiterer Straftaten angeklagter früherer Polizeibeamter hat am Dienstag vor dem Kasseler Amtsgericht alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten.

Sieben von neun Vorwürfen fallen in die Zeit zwischen Juli 2009 und März 2011. Damals war der aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg stammende 40-Jährige als Polizeibeamter in Wolfhagen eingesetzt. Laut Anklage soll der 40-Jährige zum Beispiel rund 285 Euro Bargeld für sich verbraucht haben, die bei einer Ermittlung als Asservat sichergestellt worden waren und zurückgeben werden sollten. Der Ex-Polizist selbst erklärte, er sei damals nur beauftragt worden, ein sichergestelltes Handy an den Eigentümer zurückzusenden. Das habe er getan. Für das Geld sei er nicht zuständig gewesen und wisse nicht, was damit passiert sei.

Der Angeklagte bestritt auch, 350 Euro aus der „Kameradschaftskasse“ der Polizeistation für sich verwendet zu haben. Er habe damals Kassenbuch und -inhalt mit nach Hause genommen um eine Kassenprüfung vorzubereiten, ließ er durch seinen Verteidiger erklären. Bei einer späteren Kontrolle habe der Betrag „auf den Cent genau gepasst“. Das trotzdem Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden, lastete er seinem damaligen Chef an.

Mann soll das Opfer sein 

Opfer der angeklagten Freiheitsberaubung soll ein Mann gewesen sein, der einer Firma, an der der Angeklagte Anteile besaß, Geld schuldete. Der 40-Jährige habe veranlasst, dass dieser Mann auf die Polizeistation gebracht und 30 bis 60 Minuten lang erkennungsdienstlich behandelt wurde -damit habe er ihn zur Zahlung bewegen wollen, so die Staatsanwaltschaft.

Zugleich wird dem Ex-Polizisten vorgeworfen, Ermittlungen gegen eben diesen Mann eigenmächtig für beendet erklärt zu haben, statt sie an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Auch in drei anderen Fällen habe er so gehandelt. Schließlich werden ihm noch ein Betrug und ein Diebstahl zum Nachteil seiner mittlerweile geschiedenen Ehefrau zur Last gelegt. Auch diese Vorwürfe bestritt er.

Während des knapp dreistündigen Prozessauftakts wurde der Angeklagte mehrfach gefragt, ob er sich noch konzentrieren könne. Auch ein psychiatrischer Gutachter soll das beurteilen. (kaj)

Quelle: HNA

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