Wasservorrat - Treffen von Experten mit Anglern und anderen besorgten Wolfhagern

Experte: Angst unbegründet

Wolfhagen muss nicht ums Wasser bangen: Peter Wenzel, Horst Ruth, Geologe Carsten Haupt, Wassermeister Dieter Spangenberg, Karl-Heinz Ise, Hilmar Bergmann und Renate Lacroix trafen sich gestern in den Wolfhager Stadtwerken, um nochmals über die Wasserversorgung zu diskutieren. Foto: Berger

Wolfhagen. Der neben der Autobahn 44 ansässige Getränkehersteller Vitaqua gräbt Wolfhagen nicht das Wasser ab. Auch auf lange Sicht nicht. Das hatten Bürgermeister Reinhard Schaake, der Magistrat und ein Hydrogeologe vor zwei Wochen offiziell erklärt (wir berichteten). Dennoch sorgen sich engagierte Wolfhager nach wie vor um das wertvollste Grundnahrungsmittel. Beispielsweise die Angler.

So meldet Horst Ruth, Vorsitzender des Bürger-Angelsportvereins, Bedenken an: Es könne den fließenden Gewässern Wolfhagens möglicherweise doch das Wasser ausgehen - und damit den Fischteichen. Aus diesem Grund hatte Wassermeister Dieter Spangenberg von den Stadtwerken gestern ein erneutes Treffen anberaumt.

„Uns vom Angelverein und anderen fiel schon des öfteren auf, dass die Fließgewässer Wolfhagens seit 2006 Wasser verlieren“, sagt Horst Ruth. Er beobachte den Stadtwald nun seit 30 Jahren, und er sei sicher, dass sich der Wasservorrat dezimiert habe. Die Angler treibe nicht nur die Angst um ihre Fischbestände um, sondern vor allem die Sorge um die Natur. Die sei aber unbegründet, sagte Diplomgeologe Carsten Haupt vom Felsberger Geowissenschaftlichen Institut Dr. Schulze & Partner. „Es kann durchaus vorkommen, dass Bachläufe und andere Gewässer von Jahr zu Jahr unterschiedlich viel Wasser führen“, sagt Haupt. Das liege aber nicht an der Wasserförderung Vitaquas, sondern vielmehr an den Umwelteinflüssen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass der Wald vor etwa 30 Jahren noch nicht so gewachsen war wie heute“, so Haupt. Heute seien die Bäume um einiges höher und ausladender, die Baumkronen einfach voluminöser als früher. „Und da macht es natürlich einen Unterschied - zum Beispiel, wenn es regnet“, sagt der Geologe. Vieles vom Regenwasser gerate erst gar nicht ins Grundwasser, weil es entweder vorher verdunste oder von den Bäumen abgefangen werde. „Das war vor 30 Jahren natürlich anders.“

Zudem spiele auch die Erwärmung durch den Klimawandel eine gewichtige Rolle. „Auch durch dieses Mehr an Wärme verdunstet eine Menge Wasser, das früher ins Erdreich gesickert wäre“, erklärt Dieter Spangenberg. Die Bürger müssten sich also gar nicht sorgen. Und Carsten Haupt ergänzt: „Wenn die Natur oder der Mensch durch die Maßnahmen Vitaquas hätte Schaden nehmen könne, dann hätten weder das RP noch das Umweltamt in Wiesbaden die erforderlichen Genehmigungen erteilt.“

Von Markus Berger

Quelle: HNA

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