Mutter und ihre beiden Kinder starben

Experten beenden Untersuchungen nach Flugunfall auf der Wasserkuppe

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Zwei Tage nach dem schweren Flugzeugunglück  auf der Wasserkuppe haben Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen ihre Ermittlungen abgeschlossen.

Nach dem Flugzeugunglück mit drei Toten auf der Wasserkuppe haben die Experten ihre Ermittlungen abgeschlossen. Sie hoffen auf Erkenntnisse zur Klärung der Schuldfrage.

Die Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) verließen den Unfallort in der Rhön am Dienstag, sagte ein Sprecher in Braunschweig. Nachdem die Untersuchungen am Unglücksort beendet worden seien, folgten nun weitere Nachforschungen. Mit einer Zwischenbilanz sei in einigen Wochen, mit einem Abschlussbericht zur Unfallursache erst im kommenden Jahr zu rechnen.

Bei dem Unglück war am Sonntag ein einmotoriges Leichtflugzeug über die Landebahn hinausgerast und hatte eine Frau (39) aus dem Main-Kinzig-Kreis und ihre beiden Kinder (11 und 12) tödlich verletzt. Der Pilot der Cessna hatte zuvor versucht, nach einem Landeversuch durchzustarten, was ihm aber nicht gelang. Die viersitzige Maschine durchbrach eine Schranke, schoss über eine Landstraße hinweg und erfasste die Passanten auf einem angrenzenden Fußweg. Sie waren sofort tot.

Der Pilot (56) aus Ludwigshafen machte zum Unfallgeschehen nach wie vor keine Angaben, sagten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag. Gegen ihn wird ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in drei Fällen. Der Pilot und die drei Insassen wurden leicht verletzt, konnten am Sonntagabend aber schon wieder das Krankenhaus verlassen. Der Flugbetrieb wurde am Montag auf der Wasserkuppe wieder aufgenommen.

Untersuchungen sollen Erkenntnisse zur Schuldfrage bringen

Die Untersuchungen der Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen sollen Erkenntnisse zur Klärung der Schuldfrage bringen. Überprüft werde, ob es einen Pilotenfehler oder einen technischen Defekt gab und wie sich Wetter- und Umgebungsbedingungen ausgewirkt haben. Flugplatz-Leiter Harald Jörges hatte früh einen Pilotenfehler vermutet. Die Wetterbedingungen seien "perfekt" gewesen. Deswegen hatte sich der erfahrene Flugplatzleiter gefragt, ob die Maschine möglicherweise überladen war. Zwar sei die Cessna für vier Personen zugelassen. Doch müssten auch das Körpergewicht der Insassen, der mitgeführte Sprit und Zusatzgewichte wie Gepäck berücksichtigt werden. "Dies alles wird in unsere Analyse einfließen", erklärte BFU-Sprecher Friedemann.

Nach dem Flugunfall untersucht ein BFU-Mitarbeiter die Maschine.

Bei der Untersuchung würden unter anderem alle Fakten und Daten zum Unfallhergang, eine genaue Wetteranalyse, technische Informationen zur Maschine mit Wartungskontrollen und zu den Fähigkeiten und Lizenzen des Piloten berücksichtigt, sagte Friedemann.

Auch Flugplatz auf Prüfstand

Auf den Prüfstand gestellt werde auch der Flugplatz selbst. "Es wird untersucht, ob seitens des Flugplatzbetreibers alle Sicherheitsbestimmungen und Gesetze eingehalten worden sind", sagte Harry Wilke von der Staatsanwaltschaft Fulda. Auch Sicherheitsabstände werden geprüft, wie er sagte. Direkt hinter der Landebahn verlaufen eine Landstraße und Fußwege. "Das ist sicherlich eine Besonderheit des Flugplatzes auf der Wasserkuppe", befand BFU-Sprecher Friedemann, ohne eine Bewertung vornehmen zu wollen.

Die Unfallmaschine bleibt bis auf Weiteres in einem Hangar auf der Wasserkuppe. Das Flugzeug stammt vom Badisch-Pfälzischen Flugsportverein Mannheim. Der Pilot sei sehr erfahren und gut in Übung gewesen, sagte Vereinspräsident Klaus Peters.

Polizei hofft weiter auf Hinweise

Nach dem Unfall hatte die Polizei Zeugen gebeten, Fotos und Videos zu übermitteln. "Es sind zahlreiche Hinweise auf unserem Server eingegangen. Wir haben zudem viele gut gemeinte Tipps bekommen zur Beurteilung der Flugsituation. Wir sind für jeden weiteren Hinweis dankbar", sagte Polizeisprecher Martin Schäfer in Fulda. Hier finden Sie das Formular der Polizei. (lhe)

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