43 Bau-Jobs waren mehr als drei Monate unbesetzt

Fachkräftemangel spitzt sich im Wolfhager Land weiter zu

Wolfhager Land. Die Bauwirtschaft boomt, aber viele Unternehmen kommen mangels Personal kaum mit den Aufträgen hinterher.

Der Fachkräftemangel im Wolfhager Land und Landkreis Kassel spitzt sich weiter zu. Im vergangenen Jahr waren 43 Bau-Jobs mehr als drei Monate lang unbesetzt. Das hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mitgeteilt. Sie beruft sich dabei auf eine Auswertung der Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt waren im Kreis Kassel demnach im Jahresmittel 88 offene Bauarbeiter-Jobs gemeldet.

„Während die Baukonjunktur so gut dasteht wie zuletzt Ende der 1990er-Jahre, finden heimische Unternehmen oft keine Fachleute mehr“, sagt Klaus Michalak, Bezirksvorsitzende der IG BAU Nordhessen. Er nennt den Trend ein „Alarmsignal“. Vom Zimmerer bis zum Estrichleger fehlten in der Region Spezialisten in nahezu allen Bausparten.

Michalak sieht hierfür einen doppelten Grund: „Einerseits haben viele Firmen trotz anziehender Auftragslage ihre Personaldecke in den vergangenen Jahren nicht ausreichend aufgestockt. Andererseits hat der Bau mit einem großen Nachwuchsproblem zu kämpfen. Zwar verdienen Azubis hier mehr als in allen anderen Branchen – doch immer mehr Schulabgänger zieht es an die Uni.“ Ende 2017 zählten die Sozialkassen derBauwirtschaft (SOKA-BAU) im Kreis Kassel 25 neue Ausbildungsverträge.

„Es gehen mehr Fachkräfte in Rente, als junge Leute nachrücken“, sagt Andreas Lieberknecht, Geschäftsführer der Bauinnung für Stadt und Kreis Kassel. Der demografische Wandel schlage in der Branche voll durch. Dabei würden die Firmen sehr viel tun, um interessante Arbeitsplätze anzubieten. „Wir bilden mittlerweile zwei Lehrlinge aus, um etwas gegen den Nachwuchsmangel zu tun“, sagt der Wolfhager Zimmermeister Uwe Heinemann. Auch er sucht händeringend einen Zimmermann oder Dachdecker. 

Quelle: HNA

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