Fachwerk-Förderung: Drei auf einen Streich in Hombergs Altstadt

Ganz eigener Charme: Nur zwei Meter breit ist eines der Häuser, das Jochen Gontermann gekauft hat und das schon bald Touristen beherbergen soll.

Homberg. Es tut sich etwas in der Homberger Altstadt: In drei Fachwerkhäusern in der Pfarrstraße, die zum Teil schon seit 15 Jahren leer stehen und nach und nach verfallen, wird schon bald neues Leben einkehren.

Ferienwohnungen und das Büro eines Reiseveranstalters sollen in den Häusern entstehen.

Zwei der Gebäude hat der Architekt Jochen Gontermann gekauft und ein weiteres wird Christian Utpatel kaufen. Unterstützung bekommen sie vom Land Hessen - aus dem Stadtentwicklungsprogramm mit dem Namen Jessica.

„Man bekommt nichts geschenkt, aber man kann in der Kernstadt etwas bewegen, und das mit relativ wenig Geld“, sagt Gontermann. Für bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten von rund 380.000 Euro gebe es durch das Jessica-Programm einen günstigen Kredit.

Gontermann wohnt bereits seit zweieinhalb Jahren in einem renovierten Fachwerkhaus in der Altstadt. Das steht inmitten der drei anderen Gebäude. „Die Wohnqualität ist in der Stadt vom Feinsten“, sagt Gontermann und erzählt bei einem Gang durch die baufälligen Gebäude davon, was er alles plant. „Die Decken brechen wir auf, es wird Sitzplätze an den Fenstern geben, einen kleinen Balkon, einen Wintergarten und eine Sauna. Außerdem wollen wir mit historischen Möbeln arbeiten.“

Er ist davon überzeugt, dass die Ferienwohnungen gut belegt werden. „Weil die Häuser und die Innenstadt einen besonderen Charme haben und Touristen gerne in den Kernstädten wohnen.“

Hinzu komme, dass eines der drei Häuser gerade einmal zwei Meter breit sei. Und die anderen nicht breiter als 4,50 Meter. „Es ist eines der schmalsten Häuser Hessens“, sagt Bürgermeister Martin Wagner. Er freut sich darüber, dass die Stadt mit dem Gebäudeensemble in der Pfarrstraße und dem Ärztehaus gleich mit zwei Projekten in die Fachwerktriennale aufgenommen wurde.

Es sei wichtig, dass man den Wert der historischen Gebäude nicht aus den Augen verliere. „Sie sind die wichtigsten Punkte der Stadt“, sagt Wagner. Er betont, dass Parlament und Stadt die Bedingungen für Investitionen schaffen und Fördermöglichkeiten bekannt machen. So sei es auch bei den drei Häusern gelaufen. „Wir reichen das Darlehen weiter an die Investoren“, erklärt Wagner. So sei es möglich, auch Gebäude zu sanieren, für die es von Banken eigentlich keinen Kredit gegeben hätte - und somit auch kaum einen Käufer. Genau das sei auch ein Ziel des Programms. Demnächst sollen die Arbeiten beginnen. Zum Jahresende können die ersten Touristen einziehen.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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