So werden Deutschland und Nordhessen gesehen – eine nicht repräsentative Umfrage

Er fühlt sich wohl in Nordhessen: Mehmed Düzyol ist in der Türkei aufgewachsen, hat für seine Familie und sich aber in Deutschland besserer Perspektiven gesehen. Foto: Dietzel

Wolfhager Land. „Das Leben hier ist einfach besser“, sagt Mehmed Düzyol, der aus der Türkei stammt und jetzt für ein orientalisches Restaurant am Naumburger Marktplatz arbeitet.

Er bestätigt das Ergebnis einer internationalen Umfrage, derzufolge Deutschland aus Sicht anderer Nationen besonders beliebt ist.

Was ihm hierzulande allerdings fehlt, ist frisches Gemüse und Obst. Davon gebe es in seiner Heimat viel mehr. „Mein Schwiegervater hat einen eigenen Garten mit jeder Menge Gemüseanbau“, berichtet Mehmed Düzyol. „Und das Wetter hier ist schlecht“, sagt er und grinst. Dafür schätzt er aber die gute Schulausbildung, die seinen Kindern in Deutschland geboten würde.

Hilfsbereite Menschen

Bratwurst, Bier und große Fachwerkhäuser, das ist es, was Roland Derks an Deutschland liebt. Der Niederländer lebt seit knapp drei Jahren in Naumburg. „Die Menschen hier sind nett, offen und hilfsbereit“, sagt er. Nur an die Tradition mit Kaffee trinken und Kuchen essen am Nachmittag habe er sich noch nicht gewöhnt. „Es ist erstaunlich, dass es zwischen Nachbarländern wie Deutschland und den Niederlanden so unterschiedliche Gewohnheiten gibt.“

Katharina Kolaska ist Zahnärztin in Naumburg. Aufgewachsen ist sie in Danzig, Polen. Ihr hat es gefallen, wie freundlich sie im Jahr 1988, als sie nach Deutschland gezogen ist, aufgenommen wurde. „Ich fühle mich hier zuhause“, sagt sie. Auch ihre Bekannten in Polen hätten ein „ganz positives Bild“ von Deutschland. Das sieht Denzil Wraight ähnlich. Der Engländer lebt mit seiner Frau in Naumburg und weiß, was einige Menschen aus Großbritannien über „Good old Germany“ denken.

„Made in Germany ist eine Empfehlung für sich.“

„Sie bewundern heimlich den technischen Vorsprung der Deutschen“, sagt er. „Es gibt aber auch Neid.“ Wraight stellt in seiner Werkstatt in Naumburg hochwertige Instrumente her. Er habe schon überlegt, auf seiner Webseite „made in Germany“ einzutragen. „Das allein wäre eine Empfehlung für sich“, sagt er. Sein Vater, ein Architekt, sei beeindruckt von der Gestaltung der öffentlichen Plätze in Deutschland, erzählt Denzil Wraight.

Genauigkeit, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, das sind deutsche Tugenden, die noch immer zutreffen, findet Achilles Kamberis, Betreiber eines griechischen Restaurants in Wolfhagen. Deutsche bezeichnet er sogar als Vorbilder. Er ist in Nordhessen aufgewachsen, besucht aber oft Freunde und Verwandte in Griechenland. Inzwischen hätte aber der Ruf der deutschen Politik gelitten. Als Reaktion auf das hochverschuldete Griechenland würden sich EU-Länder Griechen-feindlich verhalten. „So sieht es der Grieche“, sagt Achilles Kamberis. Sein Bruder Dimitrios, der vor einigen Jahren nach Griechenland gezogen ist, berichtet uns am Telefon, dass er gerne wieder nach Nordhessen zurückkehren würde. „Deutschland ist Griechenland in vielen Dingen um Lichtjahre voraus“, sagt der 49-Jährige. Schulen, Medizin und Infrastruktur seien hier sehr fortschrittlich.

Quelle: HNA

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