Treff im „Ahlen Porrhüs“

Fachwerkhaus am Marktplatz Schwarzenborn nun  Begegnungsstätte

Schief, aber schön: Das „Ahle Porrhüs“ soll am Wochenende eingeweiht werden. Hier die Rückansicht, die zeigt, dass das Haus auf der alten Stadtmauer errichtet wurde. Fotos: Grede

Schwarzenborn. Schwarzenborn hat mit Rathaus und Kirche bereits ein Marktplatz-Ensemble, das sich sehen lassen kann.

Mit dem Abschluss der Sanierung des Alten Pfarrhauses – dem „Ahlen Porrhüs“ – ist nun ein reizvolles Trio in der Altstadt komplett. Eingeweiht wird die neue Begegnungsstätte der Schwarzenbörner an diesem Wochenende.

Erbaut wurde das Pfarrhaus vermutlich zwischen 1690 und 1695, erklärt Bürgermeister Jürgen Liebermann. Im Gegensatz zu den anderen drei Städten im Altkreis Ziegenhain ist die altstädtische Bebauung in Schwarzenborn im Wesentlichen nur zweigeschossig.

Das trifft auch auf das Alte Pfarrhaus zu. Vermutlich bis circa 1910 wurde es von Pfarrersfamilien bewohnt. Mit dem Bau des neuen Pfarrhauses ging das alte in Privatbesitz über. In den vergangenen Jahren war es unbewohnt und herrenlos.

Vor drei Jahren standen die Schwarzenbörner vor der Frage, das Anwesen dem Verfall preiszugeben oder zu sanieren. Eigentümer war inzwischen über das Land die Denkmalpflege. Die Stadtverordneten entschieden sich für Kauf und Sanierung des Gebäudes. 600 000 Euro mussten dafür in die Hand genommen werden. 500 000 Euro gab es aus verschiedenen Fördertöpfen, 100 000 Euro zahlte die Stadt. Das Fachwerkhaus musste komplett entkernt werden, der linke Wirtschaftsteil des des Gebäudes wurde abgerissen.

Betritt man das frisch sanierte „Ahle Porrhüs“ über den Flur mit dem historischen Fliesenfußboden, erwartet den Besucher ein kleines Raumwunder. 150 Quadratmeter Nutzfläche umschließen die Fachwerkmauern, die zum Teil mit Holz verschindelt sind. Der zentrale Raum ist zwei Geschosse hoch. Ihn säumt gleich dem Sitzungssaal des Ziegenhainer Rathauses eine Galerie auf dicken Eichensäulen.

Überhaupt ist der helle Eichenton die dominierende Farbe, findet sich auch am Fußboden und im Galeriegeländer wieder. Das Pfarrhaus punktet mit seiner Schlichtheit: das Eichenholz, weißverputzte Wände, aber auch mit kleinen Überraschungen wie ein Fenster in der Wand, das den Blick auf die alte Stadtmauer freigibt. Die Rückseite des Hauses ist auf dem historischen Gemäuer errichtet worden. Der Raum mit Galerie soll künftig als Vereinsraum dienen. Auch das Obergeschoss können Vereine nutzen, außerdem soll dort ein Archiv entstehen. Die Galerie bietet sich für Ausstellungen an.

Einmal im Monat wollen laut Liebermann die Landfrauen im Pfarrhaus ein Landcafé anbieten. Ebenso wird der Seniorenbeirat dort ein und aus gehen.

Nach Vorstellungen Liebermanns könnte es Spiele- und Vortragsabende geben. Auch sei der Kirchengemeinde ein Angebot gemacht worden, das Haus im Winter für Gottesdienste zu benutzen. Der Reha-Sportverein Baunatal wird dort Kurse anbieten, auch soll es Kurse in Schwarzenbörner Mundart geben.

Quelle: HNA

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