Fahne von 1748

Wenigenhasunger Kirche wieder mit historischer Turmzier

Sie dreht sich wieder: Die Dachdecker Karl-Josef Fernholz (rechts) und Jens Bangert installierten wieder auf der Wenigenhasunger Kirchturmspitze mit der jeweils restaurierten Wetterfahne und der Dokumentenkugel die historische Turmzier. Fotos: Michl

Wenigenhasungen. Die Einwohner von Wenigenhasungen wissen ab sofort wieder, woher der Wind weht. Dazu müssen sie nur ihren Blick auf die Spitze ihres Kirchturms richten. Denn dort dreht sich endlich wieder die historische Wetterfahne aus dem Jahr 1748 im Wind.

Doch nicht nur sie wurde fachmännisch restauriert, sondern auch die direkt unter ihr befindliche kupferne Dokumentenkugel.

Bevor der Turmknopf, beziehungsweise die Turmzier, so wird im Fachjargon das Ensemble Wetterfahne und Zeitkapsel bezeichnet, durch die Dachdecker in luftiger Höhe installiert wurde, musste natürlich noch ein wichtiger Akt vollzogen werden. Gemeindepfarrerin Marita Fehr deponierte in der Dokumentenkugel nicht nur die dort schon vorher aufbewahrten Zeitzeugen-Schriftstücke aus den Jahren 1785, 1819, 1907, 1936 und 1969 als auch jeweils damalige Geldscheine und -münzen, sondern ergänzte die historische Dokumentansammlung mit schriftlich fixierten Geschichtsdaten und Euro-Münzen aus der Jetztzeit.

Das Aufsetzen der Turmzier, deren Aufarbeitung mit 4587 Euro zu Buche schlug, sollte eigentlich den Abschluss der aufwändigen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten mit einem Gesamtbauvolumen von 120 000 Euro (wir berichteten) bilden.

Doch während der Kirchen- und Turmsanierungsphase stellten die Experten fest, dass an der gesamten Außenfassade des Turms ganz mächtig der Zahn der Zeit genagt hatte. Im Klartext: die Fassade des mittelalterlichen, frühgotischen Turms, der bei der Erneuerung der Kirche im Jahr 1748 im Barockstil erhalten blieb, musste komplett neu verfugt werden. Die Kosten dafür wurden mit zusätzlichen 55 000 Euro veranschlagt. Die evangelische Kirchengemeinde, die schon für die vorangegangenen Baumaßnahmen durch Eigenkapital und vielfältigen Spendenaktionen finanziell stark gefordert war, muss erneut einen beträchtlichen Teil dieser Summe stemmen. 10 000 Euro durch ehrenamtliche Eigenleistungen als auch je 5000 Euro durch Spenden und eigene Rücklagen. Mit 15 000 Euro fördert der Kirchenkreis Wolfhagen die Neuverfugungsmaßnahmen, der Rest wird mit einem 35-prozentigen Anteil (rund 19 250 Euro) aus dem so genannten pauschalierten Kirchenkreis-Nachholbedarf abgedeckt.

Pfarrerin Marita Fehr: „Die Gemeinde, die bereits mit vielen Opfern ihre Pflicht erfüllte, muss sich nun erneut Gedanken machen, wie sie die zur Mitfinanzierung notwendige Spendensumme von 5000 Euro in trockene Tücher bekommt. Aber ich bin mir ganz sicher, die Wenigenhasunger schaffen auch das.“ (zih)

Quelle: HNA

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