Rentner Heinz Rau fährt seit sieben Jahren ehrenamtlich den Körler Bürgerbus

Fahrdienst bringt stets Spaß

Stets zu Diensten: Bürgerbusfahrer Volker Döring (links) fuhr gestern Anneliese Rohleder zum Friseur - währenddessen plauderte sein Kollege Heinz Rau aus dem Nähkästchen. Foto: Grugel

Körle. In Körle gibt es bereits seit zehn Jahren einen Bürgerbus. Die Touren teilen sich zurzeit acht Fahrer. Heinz Rau ist einer von ihnen. Spricht man ihn auf seinen ehrenamtlichen Job an, kommt der Rentner ins Schwärmen.

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„Das macht einfach Spaß“, sagt der 77-Jährige, der vom Alter mit vielen seiner Fahrgäste gleich auf ist. Sechs bis acht Fahrten stehen pro Vierteljahr in seinem Kalender. Schöne Termine sind das. Zum Auftakt geht’s ins Rathaus, wo das Sekretariat die Wünsche der Fahrgäste angenommen und einen Tourenplan zusammengestellt hat. Dann schwingt sich Heinz Rau in den gelben Bus und ist etwa drei Stunden auf Achse. Unterwegs herrscht meist eine lockere Stimmung unter den Fahrgästen. Und anders als in städtischen Straßenbahnen ist das Gespräch mit dem Fahrer in Körle erwünscht.

Im Sommer sieht Heinz Rau seine Fahrgäste meist schon bei der Anfahrt an der Straße auf ihn warten. Im Winter verfolgen sie sein Kommen am Fenster und sind blitzschnell zur Stelle. An der Haustür zu klingeln ist fast nie nötig. Bei der Rückfahrt ist alles etwas komplizierter. Da helfen Fahrer wie Heinz Rau auch mal, Einkaufstaschen und Getränkekisten ins Haus zu bringen.

Ein Fahrschein im Bürgerbus kostet ab Januar 75 Cent. Bei dem Preis ist sich Heinz Rau jetzt schon sicher, den Bus eines Tages selbst zu bestellen, sollte es mit dem Autofahren oder dem Laufen einmal schwieriger werden. „Billiger geht’s nicht“, findet der gebürtige Kasseler, der 1943 nach Körle kam und bis zur Rente auf dem Bau und als gelernter Schreiner arbeitete. Heute lebt der Vater eines erwachsenen Sohnes mit seiner Ehefrau in der Körler Kerngemeinde.

Ausflug mit Kollegen

Über den Fahrdienst hinaus unternimmt Heinz Rau mit seinen Kollegen einmal im Jahr einen Ausflug, und bei einem Essen hauen alle gemeinsam das eingenommene Trinkgeld auf den Kopf. Nette Aufmerksamkeiten der Fahrgäste wie Hackbrötchen werden sofort verzehrt.

Da fällt Heinz Rau eine Empfehlung für all jene, die in der Nachbargemeinde Guxhagen einen Einstieg ins ehrenamtliche Busfahren erwägen, leicht: „Macht mit“, rät der Rentner, dem der ehrenamtliche Dienst ans Herz gewachsen ist. Wenn beispielsweise Stammkunden in ein Altenheim ziehen und den Bus nicht mehr anfordern, „vermisse ich die richtig“, sagt der 77-Jährige. (lgr)

Quelle: HNA

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