Sie fahren aufeinander zu: Schüler der Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar wollen Flüchtlinge besser integrieren

Gemeinsam auf Tour, um Flüchtlinge zu integrieren: Michael May, Saskia Stiel, Nikola Malik, Kristina Witt, Deniz Selek und Alisina Qayumi von der Reichspräsident Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar planen einen Aktionstag für ihre neuen Schulkameraden. Foto: Yüce

Mehr über ihre neue Heimat sollen jugendliche Flüchtlinge in Fritzlar bei einem Rad- und Wandertag erfahren. Die Aktion wird von Schülern der 12. Klasse der Beruflichen Schule vorbereitet und soll der besseren Integration dienen.

Fritzlar. Was während der Schulzeit und der Vorbereitung auf das Abitur zu kurz kommt, wollen die Schüler der 12. Klasse der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar schon bald nachholen: Um jugendliche Flüchtlinge, die ebenfalls an der Schule unterrichtet werden, besser zu integrieren, planen die Schüler einen Rad- und Wandertag am Donnerstag, 19. Mai.

Ziel soll es sein, den rund 40 neuen Mitschülern die Stadt Fritzlar und somit ihre neue Heimat näher zu bringen. Dabei haben sich die Schüler der Klasse einiges einfallen lassen: • Sie wollen die Stadt erkunden, • den Flüchtlingen erklären, was man in Fritzlar wo erledigen kann.

Außerdem wurden auch die neuen Schüler gefragt, was sie sich gerne ansehen wollen.

Und so führt die Tour auch zur Freizeitanlage und in Richtung Bundeswehr. Die Abiturienten haben bereits kräftig recherchiert und sich somit schlau gemacht, um auch auf möglichst viele Fragen eine Antwort parat zu haben.

„Wir wollen ihnen auch ein Stück ihrer Angst nehmen und ihnen zeigen, dass wir aufeinander zugehen können“, sagt Deniz Selek aus Gudensberg. Wenn man mehr über seine neue Heimatstadt und deren Menschen erfahre, dann könne man sich dort auch freier bewegen und fühle sich nicht so schnell hilflos, ist Selek überzeugt.

Und Alisina Qayumi aus Fritzlar glaubt, dass das helfen könne, gegen die Unzufriedenheit anzukämpfen und das Wohlbefinden zu steigern. Denn für viele Flüchtlinge bestehe der Alltag daraus, sich in ihren Wohnungen aufzuhalten, weil sie kaum etwas zu tun haben. „Da ist man schnell gelangweilt, das würde mir auch so gehen“, so Selek.

Schon jetzt sind die Abiturienten für die Flüchtlinge da, betont Nikola Malik aus Fritzlar. Doch findet der Kontakt meist nur während der Schulzeit statt. Das soll sich durch die Aktion ändern.

Bevor es losgeht, werden die Flüchtlinge, die sich für den Ausflug per Rad entscheiden, noch über die Verkehrsregeln informiert, so Malik weiter. Denn die unterscheiden sich hierzulande meist deutlich von denen in den Heimatländern der Flüchtlinge. „Schließlich sollen alle wieder sicher an der Schule ankommen.“ Begleitet wird der Aktionstag von einer Sozialpädagogin und einem Lehrer der Schule. Unterstützt werden die Schüler von der VR-Bank Schwalm-Eder.

Es laufen weitere Projekte an der Schule, die bei der Integration helfen sollen: So werden einige Schüler miteinander kochen und in der Fahrrad-AG werden gemeinsam Räder repariert. Auch so lernen die Flüchtlinge die deutsche Sprache kennen - ganz praktisch.

Nikola Malik betont, dass die Friedrich-Ebert-Schule sich nicht nur „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ nennt, sondern dass man das Motto dort auch lebe.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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