Lkw-Fahrer erhebt schwere Vorwürfe: Ohne Erste-Hilfe-Kurs ans Steuer

Knüllwald/Guxhagen. Er sollte Lastwagen fahren, doch das richtige Verhalten im Notfall hatte er nie gelernt - in Guxhagen hat ein 53-Jähriger eine Lkw-Führerscheinprüfung gemacht, ohne den nötigen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. Der Mann aus Knüllwald erhebt nun Vorwürfe gegen die Fahrschule.

Gerhard Hommel hatte Ende 2011 eine Ausbildung zum Lastwagenfahrer in Guxhagen gemacht. Bezahlt hatte den Kurs die Agentur für Arbeit. Anbieter der Ausbildung war die Fahrschule der Straßenverkehrsgenossenschaft Hessen (SVG). Es geht um einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs, der Voraussetzung ist, um überhaupt zur Prüfung zugelassen zu werden. Der Kurs war ausgefallen, die Bescheinigung für den Kurs war Hommel aber ausgestellt worden.

Doch nach bestandener Prüfung bekam der 53-jährige nach eigenen Aussagen Bedenken: Im Falle eines Unfalls wäre er ahnungslos gewesen. Hommel verweigerte die Annahme des Führerscheins und informierte die Behörden.

Die untersuchten den Fall: „Das hätte nicht passieren dürfen“, sagt Dieter Ohl, Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt. Man habe den Veranstalter des Erste-Hilfe-Kurses, einen Ausbilder aus Hofgeismar, ermahnt. Die Sache dürfe sich auf keinen Fall wiederholen. Man gehe allerdings von einem Einzelfall aus, sagt Ohl. Zudem trage auch Hommel eine gewisse Schuld: Er hätte sich um das Nachholen des Erste-Hilfe-Kurses bemühen müssen.

Bei der SVG-Fahrschule gesteht man unterdessen den Missstand ein: Es seien von mehreren Seiten Fehler gemacht worden, bestätigte Leiter Ulrich Übel. Er widerspricht jedoch vehement weiteren Vorwürfen.

So behaupten Hommel und andere Kursteilnehmer, es habe weitere Missstände in der Ausbildung gegeben. Die Staatsanwaltschaft Kassel kündigte unterdessen an, nicht weiter zu ermitteln.

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Quelle: HNA

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