Fahrfehler führte zum Unfall

Wegen fahrlässiger Tötung verurteilt: 42-Jähriger verursachte schweren Unfall

Helmshausen. Ein kleiner Fehler mit tragischen Folgen. So beschrieb der Staatsanwalt den Unfall in Helmshausen im vergangenen Juli, bei dem ein 59-jähriger Felsberger ums Leben kam.

Während der Hauptverhandlung vor dem Melsunger Amtsgericht am Donnerstag gestand der angeklagte 42-Jährige aus Erfurt seine Schuld an dem Unfall. Das Gericht verurteilte ihn wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 3600 Euro.

Am 14. Juli vergangenen Jahres war der Fahrer eines Krankentransporters auf dem Weg nach Bad Wildungen, um einen Patienten abzuholen. Wegen einer Umleitung musste er auf der Mosheimer Straße in Richtung Rhünda durch Helmshausen fahren. An der Kreuzung zum Schinberg bremste er sein Fahrzeug zwar ab, rutschte aber wegen Starkregens in den Kreuzungsbereich. Dort fuhr ein 59-jähriger Felsberger in Richtung Hesserode. Der Transporter des Erfurters prallte gegen den linken Kotflügel des Autos. Daraufhin kam das Auto von der Fahrbahn ab und fuhr gegen eine Hauswand.

Der Erfurter wurde nicht verletzt und fand den 59-Jährigen neben seinem Auto liegend. Während der Gerichtsverhandlung konnte nicht geklärt werden, ob dieser aus dem Auto geschleudert wurde oder sich nach dem Aufprall selbst aus seinem Fahrzeug befreien konnte. Ein Sachverständiger der Dekra bestätigte allerdings, dass der Felsberger nicht angeschnallt war. Ob er mit angelegtem Sicherheitsgurt überlebt hätte, vermochte der Experte nicht zu sagen. Der 59-Jährige verstarb wenige Stunden nach dem Unfall in einer Fritzlarer Klinik.

Der Angeklagte wirkte während der Verhandlung mitgenommen. „Ich erlebe den Unfall jeden Tag“, beschrieb er seine Gefühle. Die Frau des Verstorbenen habe ihm mittlerweile vergeben. Dennoch belaste ihn der Unfall bis heute.

Der Staatsanwalt hielt dem Unfallverursacher zugute, dass er sich nach dem Unfall vorbildlich verhalten habe. Auch sei ihm anzurechnen, dass er zu seinem Fehler stehe und in der Verhandlung Reue gezeigt habe. Zudem habe er glaubhaft gezeigt, dass ihn der Unfall sehr belaste. Der Erfurter habe sich zuvor keine Verkehrsdelikte zu Schulden kommen lassen. Der Tatbestand der fahrlässigen Tötung sei trotz der mildernden Umstände gegeben. Deshalb forderte der Staatsanwalt eine Geldstrafe. Dieser Einschätzung folgte der Richter.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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