Selbe Kuh, neuer Karton

Faire Milch: Anderer Vertriebspartner und andere Verpackung

Jeder Betrieb werde unabhängig zertifiziert und kontrolliert, außerdem verpflichtet sich jeder Milcherzeuger zur Übernahme eines Umwelt- oder Tierschutzprojektes. Die faire Milch gibt es in ganz Deutschland zu kaufen, auch in der Region.

Schwalm-Eder. Die schwarz-rot-goldene Kuh bleibt das Markenzeichen der fairen Milch. Diese aber wird nun in einer neuen Verpackung angeboten.

Der bisherige Vertriebspartner Tegut habe nach dem Eigentümerwechsel sein Sortiment neu gestaltet und verkaufe die Milch Bundesverbandes der deutschen Milchviehhalter (BDM) nicht mehr. Für den neuen Vertriebspartner gibt es auch eine neue Verpackung.

Um sich von anderen Anbietern abzusetzen, schmückt nun die Milchkuh "Faironika" den schlankeren Trinkkartoln. Die Kuh ist das Symbol des BDM und steht für Fairness gegenüber dem Verbraucher, dem Landwirt sowie der Umwelt.

Nicht jede Milchmarke, die mit dem Wort "fair" werbe, werde auch tatsächlich fair produziert, erklärte Bärbel Hellwig aus Oberaula aus dem Vorstand der Milcherzeugergemeinschaft Hessen.

Die faire Milch habe zum Ziel, den Bauern eine höhere Wertschöpfung zu ermöglichen, sagte Landwirt Günther Koch aus Homberg. Allein in den vergangenen zwei Jahren hätten in Europa 50 Prozent der Bauern aufgegeben, das entspreche 500.000 Betrieben. Die Produktionskosten beispielsweise für Strom, Diesel, Dünger, Pacht und Lohn seien dramatisch gestiegen, gleichzeitig sei der Preis der Milch durch Quotenregelung, Überschussproduktion und die Niedrigpreise vieler Supermärkte gesunken.

"Diese Preiskette haben wir umgedreht", erklärte Vorstandsmitglied Ralf Krug aus Beuern. Die Landwirte errechneten, wieviel Cent pro Liter sie benötigten, um über die Runden zu kommen. Hinzu kämen Transport, Verarbeitung, Verpackung, Lagerung und der Handel.

Heraus komme ein Preis, der nicht teurer als der von anderen Milchmarken sei, mit dem sich die Milchproduktion aber weiterhin betreiben lasse: "Wir wollen unsere Betriebe für die Nachwelt erhalten. Es kann nicht sein, dass Familienbetriebe zwei Weltkriege überstehen und jetzt von der Agrarpolitik an die Wand gefahren werden", sagt Koch.

Ohne Landwirte würden die Dörfer verwaisen und die Landschaften verwildern, glaubt er. Die Erzeuger der fairen Milch verpflichten sich, auf Futter aus Übersee sowie Gentechnik in Futter und Anbau zu verzichten, nur bestimmte Pflanzenschutzmittel zu verwenden, das Kraftfutter zu begrenzen und die Kühe mit einem höheren Grasanteil von mindestens 50 Prozent zu füttern, was die Milch gesünder sowie wohlschmeckender mache.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare