Bislang viele kleine Abnehmer

Faire Milch ist nun hessenweit im Handel erhältlich

Markenzeichen: Landwirt Ralf Krug mit der schwarz-rot-goldenen Kuh, die jetzt durch Hessen tourt – denn die faire Milch ist jetzt im ganzen Bundesland erhältlich. Foto: Féaux de Lacroix

Beuern. Die Faire Milch ist ab sofort in ganz Hessen erhältlich - das teilt Landwirt Ralf Krug aus Beuern - einer der Produzenten - mit.

Hintergrund ist, dass Edeka Hessenring das Produkt jetzt gelistet hat. Für die Anbieter der Fairen Milch sei das ein wichtiger Schritt, sagt Krug. „Bislang hatten wir viele kleine Abnehmer. Aber man braucht die großen Supermärkte, weil die Leute gern alle Lebensmittel in einem Laden kaufen.“

Zur Edeka Hessenring gehören mehr als 500 Märkte - in Hessen, aber auch in Teilen von Thüringen, Westfalen und Niedersachsen. All diese Märkte können nun die Faire Milch beziehen. Künftig können also mehr Verbraucher als bisher die Milch kaufen, die nach Angaben der Produzenten fair zu den Milchbauern, zu den Kühen und damit auch zum Verbraucher ist.

Die 16 verbliebenen Betriebe produzieren zusammen jedes Jahr 6,5 Millionen Kilo Milch. 30 Prozent davon werden als Faire Milch verkauft - dank der Listung bei Edeka Hessenring könnte der Faire-Milch-Anteil auf 60 Prozent steigen, sagt Krug. Die restliche Milch müssen die Landwirte nach wie vor zu günstigeren Preisen verkaufen. „Unser Ziel sind die 100 Prozent“, sagt Ralf Krug.

Ein Selbstläufer sei die Listung bei Edeka Hessenring aber nicht. „Wir müssen von jedem Markt eine Einverständnis-Erklärung einholen, damit wir ihn auf unserer Homepage als Vertriebsort für die Faire Milch auflisten können“, sagt Krug.

Um die einzelnen Marktleiter von der Fairen Milch zu überzeugen, touren die Milchbauern durch die Region, stellen sich in den Märkten vor und bieten dort Milch-Verkostungen an. Häufig auf dem Anhänger mit dabei ist die schwarz-rot-goldene Kunststoff-Kuh - das Maskottchen der Fairen Milch.

Hintergrund

Die Faire Milch ist nach Angaben der Produzenten

• fair zu den Milchbauern, die von jedem verkauften Liter Fairer Milch 45 Cent bekommen sollen, damit sie kostendeckend wirtschaften können - denn die Produktionskosten für einen Liter Milch liegen laut Landwirt Ralf Krug bei 40 Cent. Derzeit seien auf dem Milchmarkt aber Preise zwischen 26 und 32 Cent pro Liter üblich.

• fair zu den Kühen, die gentechnikfreies Futter mit hohem Grasanteil erhalten. „Unsere Kühe geben durch das andere Futter weniger Milch, leben aber länger und sind gesünder, weil sie weniger schwer verdaulichen Mais fressen“, erklärt Krug. Seine 60 Milchkühe geben jeweils 7000 Liter pro Jahr, bei konventioneller Fütterung seien es 11.000 Liter pro Kuh jährlich.

Ziel des Konzept Faire Milch ist laut Krug, die Betriebe nicht durch eine Massenproduktion rentabel zu machen - sondern dadurch, dass sie qualitativ hochwertige Milch liefern und dafür auch entsprechend entlohnt werden. „Wir wollen nachhaltig produzieren“, sagt er.

Anfangs wurde die Faire Milch noch von 30 Betrieben in ganz Deutschland produziert, inzwischen gehören nur noch 16 Betriebe zu dem Verbund, alle mit Sitz in Hessen. „Aber die, die aufgehört haben, machen jetzt Bio-Milch“, betont Landwirt Krug. Zur konventionellen Produktion sei keiner der Milchbauern zurückgekehrt.

Regionalität kommt bei Kunden gut an 

Für Hans-Richard Schneeweiß, Geschäftsführer der Edeka Handelsgesellschaft Hessenring, ist bei der Fairen Milch die Regionalität entscheidend. „Wenn die Ware von vor der Haustür kommt, ist das einfach besser“, sagt er. „Unsere Kaufleute sehen jeden Tag, dass die Kunden regionale Ware wollen und auch gezielt danach fragen.“ Natürlich sei es den selbstständigen Edeka-Marktleitern überlassen, ob sie die Faire Milch ins Sortiment aufnehmen wollten oder nicht. „Aber für die größeren Anbieter ist das selbstverständlich, da muss man niemanden mehr überzeugen“, sagt Schneeweiß.

Quelle: HNA

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