HNA-Lesertreff: Fairer Schlagabtausch der Bürgermeisterkandidaten

Gut gefüllte Reihen: Der HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Habichtswald in der Mehrzweckhalle Dörnberg wurde von etwa 130 Zuschauern begleitet, die sich auch mit ihren Fragen an die beiden Kandidaten wendeten. Foto: Ulbrich

Habichtswald. Zum einzigen direkten Aufeinandertreffen der beiden Bürgermeister-Kandidaten in Habichtswald kamen am Donnerstagabend rund 130 Besucher zum HNA-Lesertreff in die Dörnberger Mehrzweckhalle.

Sie verfolgten, wie sich Amtsinhaber Thomas Raue (SPD) und sein Herausforderer Harald Klippert (parteilos) den Fragen der HNA-Moderatoren Florian Quanz und Antje Thon stellten. Dabei gingen sie - von ein paar Spitzen abgesehen - fair miteinander um. Die Zuhörer zeigten sich zunächst abwartend, mischten sich später jedoch mit einigen provokanten Fragen in die Diskussionsrunde ein.

Zu Beginn hatte Herausforderer Klippert klar gemacht, wie seine Motivation zustande kam, sich für das Amt des Bürgermeisters zu bewerben: Durch die hohe SPD-Mehrheit würden die politischen Entscheidungen in den SPD-Fraktionssitzungen getroffen. Das Parlament habe nur noch formale Funktion und simuliere Demokratie.

Harald Klippert

Thomas Raue sagte, er habe schon vieles erreicht und noch einiges auf den Weg gebracht, was er nun vollenden wolle. „Ich möchte noch mehr bewegen“. Dass der Tourismus dabei eine Hauptrolle spielt, war an diesem Abend unschwer zu erkennen. Das Thema zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.

Der Amtsinhaber möchte Habichtswald in die Touristische Arbeitsgemeinschaft einbinden und regional vernetzte Angebote schaffen. Klippert plädierte dafür, zunächst praktisch zu denken und erst einmal das verwaiste gastronomische Angebot in Dörnberg zum Leben zu erwecken.

Thomas Raue

Einig waren sich die Kandidaten bei der Antwort auf die Frage von HNA-Moderatorin Antje Thon, warum man nicht rund um den Autobahnanschluss Gewerbe ansiedele. Zum Panorama der Gemeinde passen keine Industriebetriebe und schränken auch die Wohnqualität ein, sagte Klippert. Habichtswald sei eine Wohlfühlgemeinde und setze auf Natur statt Gewerbeansiedlungen, meinte Raue.

Ähnlich einmütig zeigten sich beide bei dem Thema Finanzen. Trotz hoher Schuldenlast sehen Klippert und Raue derzeit wenig Einsparmöglichkeiten, ohne das attraktive Angebot von Habichtswald zu beschneiden.

Ganz anders dagegen die Rolle, in der sich die Kandidaten in ihrer Funktion als Bürgermeister sehen. Während Harald Klippert die Ideen der Bürger erwartet, um dann zu bewerten und zu entscheiden, sieht sich Thomas Raue als Ideengeber, der bei der Weiterentwicklung der Gemeinde vorangehen will.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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