Diamantene Hochzeit bei Familie Quanz: Sie tanzte wie eine Feder

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Dorothea und Heinz  Quanz feiern heute Diamantene Hochzeit.

Falkenberg. Er nennt sie Goldstern und erinnert sich daran, wie er sie zum ersten Mal sah: als sie tanzte, damals in Oberbeisheim. „Wie eine Feder“, sagt Heinz Quanz. Am heutigen Tag ist er mit dieser Frau seit 60 Jahren verheiratet.

Es war 1949, als sich Heinz Quanz mit seinem Freund Otto per Rad auf den Weg nach Oberbeisheim gemacht hatte. Dort war eine Tanzveranstaltung. Otto, der Landwirtssohn, war bekannt und durfte rein, Heinz musste der geschlossenen Gesellschaft fernbleiben.

Also schaute er von einem Holzhaufen aus durchs Fenster und sah die Frau, die wie eine Feder tanzte. Er fackelte nicht lange: „Als der Geigenspieler den Bogen hob, hab’ ich einen Satz durchs Fenster gemacht und habe mit ihr getanzt.“

Sie war fein angezogen, trug ein Kleid in Beige mit braunen Punkten. Der Überraschungseffekt begann. Zunächst, erinnert sich Heinz Quanz, habe keiner etwas unternommen, dann stellten sich die Gäste um das Paar herum auf und klatschten.

Er blieb hartnäckig

Vielleicht sei sie zu jung für ihn, dachte Heinz Quanz, denn Dorothea war gerade einmal 19 Jahre alt. Doch das Mädchen ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Als zwei Jahre später seine verwitwete Mutter neu heiratete und auszog, war das Haus leer und Heinz Quanz machte sich auf die Suche nach dem Mädchen.

Tatsächlich sah er sie bei einem Ausflug mit Arbeitskollegen von der Preussen Elektra auf einer Kirmes in Falkenberg wieder, doch sie ließ nicht zu, dass er sie nachhause begleitete. Er gab nicht auf, rief sie an und holte sie von ihrer Arbeitsstelle ab – einem Gasthaus mit Metzgerei.

Er begleitete sie gleich nach Hause und stellte sich ihrer Familie vor. „Das hab’ ich alles gar nicht so richtig ernst genommen“, erinnerte sich Dorothea Quanz lachend. Heinz Quanz aber wusste, dass sie die richtige Frau für ihn war: „Er hat nicht locker gelassen“, scherzt Dorothea Quanz, so verlobten sie sich im Februar 1952 und heirateten am 21. September.

Gefeiert wurde zu Hause, das Brautkleid war geborgt. Das Ehepaar Quanz bekam später drei Söhne: Günter, Walter und Bernd. „Wir waren wirklich glücklich“ sagt der 90-Jährige. Viel zu tun war immer, mit der kleinen Landwirtschaft, dem Schichtdienst bei der Preussen Elektra und den drei Kindern. Doch es gab auch viel zu lachen, sagen beide. Und der Tanz verband sie weiter. Heinz Quanz sagt: „Es war, als ob wir dahin schwebten.“

Als die Kinder aus dem Haus waren, unternahmen sie gerne Busreisen. Heute hat das Paar vier Enkelkinder und freut sich auf das heutige Fest. (yma)

Quelle: HNA

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