2011: Schon 36 Anzeigen wegen Missbrauchs der 110 und 112

Für falsche Notrufe drohen harte Strafen

Wolfhager Land. Jeden Monat wählen Menschen die Notrufnummer, ohne in einer Zwangslage zu sein. Die Motive dafür sind unterschiedlich. Manchmal stecken Kinder dahinter, manchmal wollen sich Leute nur einen Scherz erlauben. Die Strafen für solche fragwürdigen Späße sind hoch, hinzu kommen die Kosten für die gefahrenen Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.

In schweren Fällen leitet die Polizei ein Strafverfahren ein. Im Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen wurden in diesem Jahr bereits 36 Fälle angezeigt, davon vier im Landkreis Kassel. Die Aufklärungsquote ist hoch. Sie liegt nach Auskunft von Polizei-Pressesprecher Wolfgang Jungnitsch in diesem Jahr bereits bei 75 Prozent.

Neben den vorsätzlichen Falschmeldern nutzen auch Autofahrer mitunter die 110 für ihre Fragen. So wählen sie die Notrufnummer, wenn sie sich im Landkreis verfahren haben. „Der Kollege gibt ihnen dann die Telefonnummer der örtlichen Polizeistation“, sagt ein Polizeisprecher. Ansonsten wäre die Leitung für dringliche Notrufe blockiert.

Nicht auf die leichte Schulter nimmt die Polizei Telefonate derjenigen, die fälschlich behaupten, ein Haus stehe in Flammen. „Hinter den Anrufen verbirgt sich kriminelle Energie, die verfolgen wir mit allen Mitteln“, so der Sprecher. Die Beamten versuchen, den Anrufer zu ermitteln, dieser zahlt sowohl den fälschlichen Einsatz als auch eine Strafe.

Ärger auch für Kinder

Neben enttäuschten Liebhabern nutzen auch gern Betrunkene die Notrufnummer für ihre nächtlichen Aktionen und lallen in den Hörer. Wenn Kinder sich einen Spaß aus den Telefonaten machen, kann es schon passieren, dass die Polizisten den Spuren nachgehen, um die jungen Übeltäter auf frischer Tat zu ertappen. HINTERGRUND, ZUM TAGE

Von Claudia Schittelkopp und Bea Ricken

Quelle: HNA

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