Falscher Sprit: Familie half liegengebliebenem LKW-Fahrer aus der Ukraine

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Spontane Pannenhilfe: Mit einem einfachen Schlauch wird das Benzin in mehrere Kanister gesaugt. Von links Waldemar Blifernez, Harms Böttger, Helmut Kleinhans und Anamoniu Noniz. 

Ippinghausen. Die Geschichte begann für Helmut Kleinhans, als am Samstagvormittag ein Mann mit einem Kabel in der Hand an seiner Tür klingelte. Der ukrainische Lkw-Fahrer Anamoniu Noniz hatte wenige Kilometer zuvor Benzin statt Diesel in seinen Laster getankt und war wenige Meter vom Haus der Familie Kleinhans in Ippinghausen entfernt liegengeblieben.

„Der Mann sprach kein Wort deutsch, deshalb hat er wohl auch die Zapfsäulen verwechselt“, erzählt Kleinhans. „Dem Tankwart hätte das doch auffallen müssen, dass da einer mit dem Lkw vorfährt und 180 Liter Super tankt“, fügt Anja Kleinhans hinzu.

Helmut Kleinhans nahm sein Werkzeug und half dem Trucker, den Dieselfilter auszubauen und zu reinigen. Sohn Niklas half mit Übersetzen per Laptop – doch auf der deutschen Tastatur ließen sich die kyrillischen Buchstaben nicht eingeben. „Der Mann hatte kein Geld für den Notdienst, also haben wir den falschen Sprit abgesaugt und versucht, die Leitungen sauber zu kriegen“, so Kleinhans.

Keine Hilfe von der Firma

Noniz hatte inzwischen einen Mitarbeiter seiner Spedition angerufen und fuhr mit ihm Lebensmittel kaufen. „Wir dachten, jetzt ist der Mann versorgt und bekommt einen Schlafplatz, denn es war Abend“, erzählt Anja Kleinhans. „Am nächsten Morgen um halb acht sah ich ihn draußen herumlaufen“, sagt Helmut Kleinhans. „Er hatte ohne Heizung im Führerhaus geschlafen.“

Da der Truck immer noch nicht lief, rief Kleinhans seinen Bekannten, den Kfz-Meister Harms Böttger, an. „Es war Sonntag, aber er kam von einer Geburtstagsfeier und half, ohne Geld zu verlangen. Er hat gleich seinen Mitarbeiter Waldemar Blifernez mitgebracht, der russisch spricht“, so Kleinhans. Die beiden halfen vier Stunden lang, die Schäden an Tank und Dieselleitungen des Lkw zu beheben. „Bis 22 Uhr hat Anamoniu sich noch bei uns ausgeruht, gegessen und geduscht. Dann war das Sonntagsfahrverbot um und er musste weiter“, sagt Frau Kleinhans.

Quelle: HNA

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