Junge kann sonst das Haus nicht mehr verlassen

Für ihren schwerstbehinderten Sohn: Familie sucht Firma, die neues Fundament setzt 

+
Zu steil für den elektrischen Rollstuhl: Im Winter ist es für Sylvia Kaufmann und Pfleger Christopher Bee unmöglich den Hintereingang zu nutzen, um Darius aus dem Haus zu fahren.

Kehrenbach. Die Familie Kaufmann aus Kehrenbrauch (Schwalm-Eder-Kreis) braucht Hilfe. Der zwölfjährige Darius ist schwerstbehindert und auf seinen elektrischen Rollstuhl angewiesen.

 Zuletzt konnte er mithilfe eines Außenlifts das alte Fachwerkhaus der Familie verlassen, Arzttermine wahrnehmen und seine Schule in Fritzlar besuchen.

Doch in diesem Sommer ist die Kette des Lifts dreimal hintereinander gerissen. Das eine Mal mussten Darius und eine Krankenschwester von der Feuerwehr gerettet werden. „Wir waren zutiefst erschrocken“, sagt Sylvia Kaufmann. „Wir können von Glück reden, dass Darius in diesem Moment nichts zugestoßen ist“. Der alte Lift sei überlastet gewesen. Denn dieser besaß nur eine Führungsschiene, die das Gewicht des 250 Kilogramm schweren E-Rollis auf Dauer nicht tragen konnte, erklärt die 56-Jährige. Seither ist der Lift außer Betrieb und Sylvia Kaufmann am Ende ihrer Nerven. Die verantwortliche Baufirma Brandt aus Nienburg (Niedersachsen) hat zwar einen neuen Lift mit zwei Führungsschienen angefertigt, aber im Zuge der Anfertigung habe sich herausgestellt, dass das alte Fundament für den neuen Lift entfernt und ein Neues gesetzt werden müsse. Das Problem: Die Firma kann das Fundament aus Zeitgründen nicht setzen. Das bestätigte die Firma auf Anfrage.

Neues Fundament gefragt: Die Familie sucht eine Firma, die es zeitnah setzen kann.

So lange kein vernünftiges Fundament gesetzt sei, könne der neue Lift nicht aufgebaut werden und Darius das Haus nicht mehr verlassen, erklärt Sylvia Kaufmann. Die einzige Möglichkeit, um mit Darius rauszugehen, wäre der Hintereingang. Dieser besitzt aber einen steilen Abhang. Deshalb sei es dort im Winter, bei Schnee und Eis, zu gefährlich mit dem E-Rolli rauszufahren. Der Rollstuhl könnte umkippen oder unkontrolliert runterrollen, erklärt die Sozialpädagogin.

Wohlfahrtsverband zahlt

Damit Darius auch im Winter das Haus verlassen und am sozialen Leben teilhaben kann, muss das Fundament schnellstmöglich gesetzt werden. Dafür sucht die Familie eine Firma, die die Arbeiten zeitnah in Angriff nehmen kann. Der Kostenträger für die Arbeiten und das Material ist der Landeswohlfahrtsverband (LWV). Bislang hatte die Familie bei der Suche nach einer geeigneten Firma keinen Erfolg. Es habe sich niemand gefunden, der die Arbeiten zeitnah, noch vor dem Winter, erledigen könne, erklärt die 56-Jährige.

Für Familie Kaufmann ist es wichtig, dass Darius auch in Zukunft das Haus verlassen kann. Überwiegend wegen der ärztlichen Versorgung, aber auch, um ihn weiter am Leben teilhaben zu lassen. Zuletzt bekam der Zwölfjährige einen Computer, den er mit seinen Augen steuern kann. „Es ist wichtig, dass Darius auch weiterhin zur Schule gehen kann - dort sind seine Freunde“, sagt Sylvia Kaufmann. Das kann auch sein Pfleger Christopher Bee bestätigen. Er betreut Darius täglich. Darius tue es enorm gut, regelmäßigen Kontakt mit anderen Kindern zu haben.

Kontakt: Wer der Familie helfen möchte, kann sich unter der E-Mail-Adresse wirhelfendarius@gmail.com melden. Ein Kostenvoranschlag in der E-Mail ist hilfreich, um sich mit dem Kostenträger, dem LWV, schnellstmöglich über das weitere Vorgehen in Verbindung zu setzten.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare