Mit der ganzen Familie in die Staaten

Familie aus Obergrenzebach ist vor 25 Jahren ausgewandert

+
In seinem Büro in der Northern Illinois University: Friedemann Stübing aus Obergrenzebach hat hier eine Ecke mit typisch deutschen Gegenständen und Erinnerungen an die Schwalm eingerichtet. 

Obergrenzebach/Illinois. Im August 1993 machte sich Friedemann Stübing mit seiner Frau Laura auf den Weg nach Illinois, zwei bis drei Jahre wollte das junge Ehepaar bleiben. In diesem Sommer werden es genau 25.

Tochter Sarah war damals noch kein Jahr alt, die kleine Familie kam zunächst bei Stübings Schwiegereltern in DeKalb unter, bevor sie in derselben Stadt ein eigenes Heim fand. US-Amerikanerin Laura arbeitete von Beginn an im Betrieb ihres Vaters mit, während Friedemann Stübing als Deutscher zunächst auf die Gültigkeit seiner Aufenthaltsgenehmigung, die berühmte „Green Card“, warten musste.

Für den jungen Vater wurde es eine intensive Elternzeit mit der kleinen Sarah, während er sich mehr und mehr einlebte. Im Sommer 1995 wurde die zweite Tochter Emily geboren.

Nach einer Phase der Teilzeitarbeit als Privatlehrer ergab sich dann für Stübing die Chance, am Ort als Deutschlehrer an der Northern Illinois University zu unterrichten, „das mache ich bis heute sehr gern“.

Jedes Jahr in den Sommerferien reiste die Familie in den Sommerferien nach Deutschland, vor allem zum Besuch der Mutter, Lore Stübing, in Obergrenzebach. Auch nachdem sie gestorben war, hörten die regelmäßigen Besuche nie auf. „Das Wiedersehen mit Verwandten und Freunden ist nach wie vor wichtig und immer wieder schön.“

Seit drei Jahren kommt Friedemann Stübing im Frühsommer mit einer Gruppe von amerikanischen Deutschstudenten ins Land. Diese Studienfahrt führt ins Internationale Haus Sonnenberg, es gibt von dort Exkursionen in die Umgebung.

Außerdem geht es eine Woche lang auf den Spuren der Brüder Grimm entlang der Deutschen Märchenstraße von Bremen bis Berlin. Daran schließt sich der Besuch des 58-Jährigen in der Schwalm an, „so lange wie möglich“.

Leicht sei es natürlich nicht, sich immer wieder zu lösen, alle Jahre wieder Abschied nehmen zu müssen von Freunden und Bekannten, während die beiden erwachsenen Töchter mehr und mehr ihre eigenen Wege gehen – und Sarah wird in diesem Jahr heiraten. Stübing: „Ich lebe in dem Zwiespalt, mein Dorf in der Schwalm und seine Menschen immer wieder zu vermissen, während man sich hier etwas aufgebaut hat, ein zweites Zuhause entstanden ist und man Grund hat zufrieden zu sein.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare