Familie Bruchhauser aus den USA ist zu Gast in Viesebeck

+
In der Heimat ihrer Vorfahren: Tina und Anton Bruchhauser sind zusammen mit ihren Kindern Amanda (16), Victoria (13) und Serafina (8) von Long Island (USA) nach Viesebeck gereist. Während ihres Aufenthaltes in der Region werden sie begleitet von Dekan Dr. Gernot Gerlach und Pfarrer Kai Scheiding (rechts).

Viesebeck. Einem Foto des Urgroßonkels und dem Engagement der Viesebecker ist es zu verdanken, dass Anton Bruchhauser heute an dem Ort steht, an dem sein Namensvetter einst stand. Der Amerikaner ist Nachfahre der Brüder Heinrich und Anton Bruchhäuser, die das Fenster stifteten, das seit 100 Jahren die Viesebecker Kirche schmückt.

Anlässlich dieses Jubiläums organisierten Kirchengemeinde und Vereine ein Fest, zu dem sie die Familie Bruchhauser einluden. Von einem Kirchenfenster habe sein Vater ihm erzählt, sagt Bruchhauser, genaueres habe der Vater aber nicht gewusst. Das Wissen über die Herkunft der Brüder, die 1871 und 1872 auswanderten, sei verloren gegangen. „Wir dachten immer, wir kommen aus Bruchhausen“, sagt der 47-Jährige. So überzeugt war er, dass er bei einem Auktionshaus eine Suche für Bruchhausen einrichtete. Nach einiger Zeit tauchte ein Bild von Henry Bruchhauser vor seinem Geschäft in New York auf. Bruchhauser vermutet, dass es sich dabei um seinen Urgroßonkel Heinrich handelt, der seinen Namen bereits amerikanisiert hat. Das Bild konnte er nicht ersteigern, doch sein Interesse war geweckt. Er wollte Licht ins Dunkel der eigenen Geschichte bringen.

Dorfchronik von Viesebeck

Viesebeck entdeckte er, als er im Haus seiner Eltern auf die Dorfchronik stieß. Bruchhauser fand heraus, dass bereits 2007 Deutsche angerufen und in der Folge auch eine Dorfchronik in die USA geschickt hatten. Diese Chronik war jedoch schnell in Vergessenheit geraten. Eine Verwandte wollte auch ein Exemplar und so stieß die Familie auf Heidi Colsman-Freyberger, Tochter von Magdalene Spangenberg, eine der Autorinnen. Colsman-Freyberger lebt in den USA, ist aber regelmäßig in Deutschland. Sie stellte im Herbst Kontakt zu Pfarrer Kai Scheiding her, sagt Bruchhauser. „Wir wollten schon immer mal nach Deutschland“, und da sei die Einladung von Scheiding gerade recht gekommen.

Sehr idyllisch und ruhig

Seit Samstag sind der Fluglotse, seine Frau Tina und die Töchter Amanda (16), Victoria (13) und Serafina (8) in Viesebeck. Kurz nach ihrer Ankunft am Samstag besichtigten sie das Dorf, das ein krasser Gegensatz zur Heimat der Bruchhauser in den USA ist. Sie leben auf Long Island, nahe New York City, erzählt Bruchhauser. Im Vergleich sei Viesebeck sehr idyllisch, aber auch „sehr ruhig“. An diesem Tag sahen sie zum ersten Mal das Kirchenfenster, das sie bisher nur von Fotos kannten. Erst wenn man es persönlich sähe, würde klar, wie bedeutend es für die Kirche sei, denn „schon wenn man sie betritt, richtet sich der Blick auf das Fenster“, sagt Bruchhauser.

Am Sonntag genoss die Familie die Atmosphäre des Dorffestes, das mit einer gutbesuchten Predigt von Dekan Gernot Gerlach begann und Konzerte des Männergesangvereins, des Bläserchors, von Rosalinde Senst und der christlichen Popmusikerin Angela Lenk bot. Zur Erinnerung an Viesebeck wurde ihnen ein Aquarell von Elke Kankainen überreicht. Noch bis Mittwoch erkunden Bruchhausers die Region, bevor es weiter nach Berlin, München und Paris geht.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare