Familie Funke schenkt Stadt Zierenberg ein Gemälde des Künstlers Ohlwein

Stiftet das Gemälde der Stadt: Der Vater von Hermann Funke hat das Bild des Künstlers Heinrich Ohlwein einst als Gegenleistung für neue Fenster erhalten. Nachdem es einige Jahre in Friesland war, kommt es jetzt zurück nach Zierenberg. Fotos: Hoffmann 

Zierenberg. Der Dörnberg, malerisch gelegen hinter einem prächtigen Baum, gemalt aus Sicht des Hohen Grases. Als Hermann Funke vor 14 Jahren Kassel verlässt und ins friesische Immenstedt zieht, darf im Umzugswagen das Stück nordhessische Heimat in Öl nicht fehlen.

Das Werk des bekannten Kasseler Künstlers Heinrich Ohlwein ziert fortan eine Wand im reetgedeckten Anwesen an der See. Sein Vater hat es einst vom Künstler selbst erhalten, als Lohn für die Ausstattung von dessen Wohnung in der Wilhelmshöher Allee mit neuen Fenstern. „Als er damals mit dem Ölgemälde unterm Arm nach Hause kam, schlug meine Mutter die Hände über dem Kopf zusammen, hatten wir doch mit einer anderen Form der Bezahlung gerechnet, auf Essbares gehofft, was in der Nachkriegszeit sehr knapp war“, erinnert sich Funke.

Dass es sich um ein kostbares Stück Kunst handelt, das ist damals noch niemandem bewusst. Doch das Gemälde erhält schnell einen Ehrenplatz über dem Sofa im Wohnzimmer, soll in den folgenden sieben Jahrzehnten gehegt und gepflegt werden.

Heute, die 70 überschritten und den Umzug in eine seniorengerechte Wohnung mit wenig Platz für Kunstgegenstände im Blick, will Funke das Gemälde vor einem traurigen Ende auf dem Sperrmüll bewahren. Einen würdigen Platz findet er im kleinen Zierenberg, dem Städtchen zu Füßen des auf dem Gemälde zu sehenden Dörnberges, wo ihm Bürgermeister Stefan Denn einen guten Platz verspricht, vielleicht sogar im historischen Rathaus.

Über die Rückkehr zum nordhessischen Ursprung freut sich auch Künstlersohn Dieter Ohlwein. Gerne denke er an seine zahlreichen Ausflüge mit dem berühmten Vater zurück. „Wir waren viel in der Natur unterwegs, die Region um den Dörnberg hatte es ihm besonders angetan“, erzählt Ohlwein, der noch immer in Kassel lebt.

Bei vielen Bildern erinnere er sich noch an die Entstehung, nicht aber bei diesem: „Als es 1940/41 entstanden ist, war ich einfach noch zu jung“.

Zehn bis 15 Werke seines 1969 verstorbenen Vaters hängen in seinem Haus in Kassel und halten die Erinnerungen wach. Um die 800 Euro würden Sammler derzeit für einen Original-Ohlwein auf den Tisch legen.

Die Stadt Zierenberg erhält das Werk als Geschenk. „Mir ist es wichtig zu wissen, dass es in guten Händen ist“, sagt Hermann Funke. (zhf)

Quelle: HNA

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