Familie ist am wichtigsten: Dorothea Hamacher feierte ihren 100. Geburtstag

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Im Kreise der Familie: Dorothea Hamacher (unten Mitte) feiert ihren 100-jährigen Geburtstag mit ihren Lieben. Hintere Reihe, von links: Volker O’Barden, Kathi Wenigmann, Baby Jonathan Hamacher, Florian Hamacher, Rosa Hamacher und Dorothea Hamacher. Vordere Reihe:, von links: Karin Hamacher und Joachim Hamacher.

Gudensberg. Eine stolze Zahl: 100 Kerzen brennen auf der Torte. Dorothea Hamacher sitzt inmitten ihrer Lieben und lacht: Im Kreise ihrer Familie fühlt sich die 100-Jährige, die im Altenheim Eben-Ezer in Gudensberg ihren Geburtstag feierte, am wohlsten.

Das war schon immer so. Am 10. März 1914 in Ettlingen in Baden- Württemberg geboren, arbeitete Dorothea Hamacher nach der Schule im Büro in der Färberei ihres Vaters. Im Jahr 1938 heiratete sie dann ihren Mann. Von da an war sie als Hausfrau und Mutter tätig. Sie gebar zwei Kinder, ihren Sohn Joachim und ihre Tochter Karin.

Doch sie blieb keinesfalls zuhause: Sie war die erste Frau in Ettlingen, die ihren Führerschein machte. Diesen gab sie erst mit 91 Jahren ab.

Die schlimmsten Erinnerungen hatte sie während des Zweiten Weltkrieges: Er hinterließ bleibende Erinnerungen: „Ich war in der Nähe von Kassel und habe gesehen, wie die Stadt brannte“, sagt sie.

Danach folgten Jahre der Ruhe, in denen sie lernte, den Frieden zu schätzen. „Wir haben jedes Jahr einen Kurztrip gemacht, und wir haben nahezu alle deutschen Seen besucht“, sagt Hamacher. Sie blickt gerne in ihre lange Vergangenheit zurück und gibt Anekdoten zum Besten.

Wie sie lacht und sich unterhält, wirkt sie keineswegs wie 100 Jahre. Sie ist zwar auf einen Rollator angewiesen, ansonsten aber lebt sie selbstständig in ihrem kleinen Apartment.

Ein Geheimnis, warum sie so ein hohes Alter erreicht hat, hat sie nicht. „Ich habe nichts dafür getan“, sagt sie und lacht herzhaft. „Ich kann Ihnen kein Geheimrezept geben.“

Sie habe sich aber ihr ganzes Leben lang fit gehalten, etwa mit Gymnastik und langen Spaziergängen in der Natur. „Ich nehme aktiv am Leben teil, interessiere mich für Politik, die Nachrichten in der Welt und löse Kreuzworträtsel“, so die 100-Jährige. Ihre relativ kleine Familie, bestehend aus ihren Kindern, zwei Enkeln sowie zwei Urenkeln kommt sie jede Woche besuchen oder holt sie aus dem Eben-Ezer zu sich.

Die Familie macht Ausflüge, damit Dorothea Hamacher die Umgebung besser kennen lernt. Erst im Jahr 2007 ist sie von Ettlingen nach Gudensberg gekommen. Bis dahin hat sie selbstständig in einer Wohnung gewohnt, die aufzugeben ihr sehr wehgetan habe, wie sie sagt. Ihr Sohn Joachim hat sie nach Gudensberg geholt, damit sie sich öfter sehen können und jemand zur Stelle ist, falls etwas nicht stimmt.

Dorothea Hamacher wünscht sich, dass es ihr weiterhin gut geht und im nächsten Jahr eine Kerze mehr ihren Kuchen ziert.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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