Mehr Kameras sind in Planung

Familienleben der Meisen: Kameras filmen, wie Vögel im Wildpark brüten

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Unter Beobachtung: Die Meisen im Wildpark Knüll werden gefilmt und auf den Bildschirm gebracht. Wolfgang Fröhlich und Sarah Engelbrecht haben die Kameras aufgehängt. Foto: Nieswandt

Allmuthshausen. Elf Eier liegen im Nistkasten. Eine Meise kommt angeflogen und lässt sich zum Brüten nieder. Sehr private Bilder einer Kohlmeisenfamilie gibt es ab jetzt per Kamera im Wildpark Knüll zu sehen.

Diese sollen so bald wie möglich, wenn die Internetverbindung schnell genug ist, per Webcam online gehen.

Möglich macht die Spionage im Nistkasten eine Infrarotkamera, die das ganze Jahr über filmt, was in den Nistkästen los ist. „Wir möchten das Brutgeschehen im Nest zeigen. So nah kommt man sonst nie an die Vögel heran“, sagt Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Wildparks. Die Naturlandstiftung Schwalm-Eder hat die beiden Kameras gesponsert, die in zwei Kästen hängen. Die Idee kam aus Südhessen, wo Kinder schon im Kindergarten Vögel am Bildschirm beobachten.

Natur und Medien 

„Die Kamera wird sehr gut angenommen, das Medium ist gerade für Jugendliche sehr anziehend“, sagt Fröhlich. „Wir wollen die Kinder an die Natur heranführen und zeigen, dass diese mit Medien verbindbar ist“, sagt Klaus Lambrecht, Geschäftsführer der Naturlandstiftung. Die Kameras sind bereits seit vergangenem Jahr in Betrieb, die Verbindung sei aber zu unstabil gewesen. „Wir können die Vögel über einen längeren Zeitraum beobachten und sehen, wer im Winter den Kasten nutzt“, sagt Fröhlich. Bildschirme sollen in Schulen aufgestellt werden. Ein Mitarbeiter aus dem Wildpark kann so direkt am Beispiel erklären, was passiert. „Die Kinder sind begeistert, wenn sie morgens in den Klassenraum kommen und am Bildschirm sehen, was ihr Vogel macht“, meint der Leiter des Wildparks.

Die Kamera gelte deshalb als weiterer Meilenstein der Umweltbildung. Diese soll Kindern und Jugendlichen die Natur näher bringen, durch die Kamera mit einem weiteren Medium mehr. Die Besucher könnten so auch von Zuhause aus beobachten, was der Vogel macht, ohne diesen zu stören. Der Wildpark sei laut Fröhlich im Wohnzimmer präsent.

Die beiden Nistkästen hängen in zwei Metern Höhe in der Nähe des Hauses, sie senden per Kabel. „Weiter hat das Kabel nicht gereicht“, sagt Fröhlich.

Das seien nicht die letzten Kameras gewesen, weitere seien in Planung. Auch jene mit Funk, für die man kein Kabel braucht. „Die Möglichkeiten sind nahezu unendlich. Kommt das mit der Meise gut an, werden wir überlegen, an weiteren Gehegen Kameras zu installieren“, sagt Fröhlich. Bis dahin beobachten die Besucher aber erstmal, wie sich die elf Eier entwickeln und die Brut gefüttert wird. Gerne auch vom Wohnzimmer aus.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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