Familienstreit: Ex-Knacki erwarten zwei Gefängnisstrafen

Marburg/Schwalmstadt. Für weitere sieben Monate muss ein 43-Jähriger ins Gefängnis - sobald er von der Polizei gefasst wird. Er war vom Amtsgericht Schwalmstadt im März dieses Jahres wegen falscher Verdächtigung und Nötigung ohne Bewährung verurteilt worden.

Grund war das lange Vorstrafenregister des Mannes mit insgesamt 16 Eintragungen.

Mehr als zehn Jahre verbrachte der 43-Jährige aus Büdingen bisher im Gefängnis. Gegen das Urteil des Amtsgerichts hatte er Berufung beim Marburger Landgericht eingelegt.

Dort wartete das Gericht unter Vorsitz von Richter Klaus Schwaderlapp jetzt vergeblich auf den Angeklagten. Das wunderte Pflichtverteidiger Sascha Marks allerdings nicht, da der Angeklagte wegen einer anderen Straftat eigentlich in der vergangenen Woche eine weitere Gefängnisstrafe hätte antreten müssen, aber wahrscheinlich flüchtig ist. Den Berufungsantrag zog der Verteidiger deshalb zurück.

Das war in Schwalmstadt passiert: Nach Familienstreitigkeiten hatte der 43-jährige gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin im März 2011 seine Ex-Fau bei der Polizei in Ziegenhain angezeigt. Er gab an, sie habe nach einem Verkehrsunfall Unfallflucht begangen. Sie sollte vorgeblich in Treysa mit ihrem Wagen das Fahrzeug der Lebensgefährtin des Angeklagten beschädigt haben.

Tatsächlich hatte es, wie sich im Nachhinein durch Ermittlungen der Polizei herausstellte, einen solchen Vorfall nie gegeben. Der Grund für die Anzeige waren tatsächlich die lange schwelenden Streitigkeiten zwischen dem 43-Jährigen und seiner Ex-Frau, es ging dabei stets um das Umgangs- und Besuchsrecht für die gemeinsamen Kinder. Immer wieder hatte der Mann auch telefonisch Drohungen ausgestoßen. Das Urteil ist rechtskräftig. (zaw)

Quelle: HNA

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