In der Ziegenhainer Kreissparkasse

Jutta Kober stellt Reisebilder aus: Farben spiegeln die Welt

Die Welt in Bildern: Die Ziegenhainerin Jutta Kober zeigt in der Kreissparkasse Ziegenhain Bilder, die sie nach eigenen Reiseansichten gemalt hat. Foto: Rose

Ziegenhain. „Die beste Bildung findet ein Mensch auf Reisen“. Das wusste schon Goethe. Auch Jutta Kober hat sich die Welt auf diese Weise erschlossen. Die 83-Jährige ging auf Reisen nach Grönland, Marokko, Griechenland, die Schweiz. Entstanden sind dort Fotos – Vorlagen für gemalte Reisebilder.

Genau den Titel trägt die dritte Ausstellung der Hobbykünstlerin, die am Donnerstag in der Kreissparkasse in Ziegenhain eröffnet wurde. Direktor Dirk Siemon begrüßte die Gäste, die Laudatio hielt die Kasseler Kunsthistorikerin Dr. Ellen Markgraf. In ihren 40 Werken zeige Jutta Kober nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch subjektive Momente. „Und Details, die Rückschlüsse auf ein größeres Ganzes zulassen.“

Markgraf stellte den Bezug zur 100 Jahre zurückliegenden Tunisreise der Künstler Klee, Macke und Moilliet her: „Die Farbe hat mich“, soll Klee gesagt haben. Auch wenn man Jutta Kobers Farben sehe, verstünde man, warum blau als kalte Farbe interpretiert werde. Gleichwohl sei blau auch die Farbe der Melancholie, der Sehnsucht, der Weite.

Andere Farben dominierten die Werke, die das ungestüme Island zeigten. „Man spürt die Mystik“, sagte Markgraf. In Farben, die die Kargheit beschreiben, habe Kober die Kanaren gemalt. In der Abbildung eines Touristenortes in der Provence sei es ihr gelungen, ein Fleckchen Erde zu finden, der das Ursprüngliche zeige. Der Bretagne – Finistère, bekannt als Ende der Welt – stelle die Künstlerin Englands „Lands End“ gegenüber.

Jutta Kobers Stil beschrieb die Kunsthistorikerin als „expressiv, doch auf dem Sprung zur Abstraktion“. Die Landschaften böten sich an, abstrakt dargestellt zu werden, sagte Markgraf. Beeindruckend seien die Motive aus Malta, etwa die Fischerboote: „Jutta Kober hat entdeckt, dass alle Boote ein Gesicht haben, wenn sie auf einen zukommen.“

In der Ausstellung begegneten sich Teile von Welt, die nicht nur von dem Gesehenen und Erlebten kündeten - vielmehr seien sie für den Betrachter in der Kombination neu entdeckbar.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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