Farbenfroh durchs Leben: Ingeborg Zinn malt nicht nur auf Leinwände 

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar: Ingeborg Zinn aus Mörshausen malt in ihrem Atelier mit viel Farbe und Fantasie. Foto: Yüce

Mörshausen. Das Leben von Ingeborg Zinn ist vor allem eines: farbenfroh. Und mit ihren Gemälden hat sie schon so manches Leben ein wenig bunter gemacht. Doch malt sie kaum mehr Landschaften. Längst ist sie bei der abstrakten Malerei angelangt und seit kurzem setzt sie Pinsel und Spachtel nicht mehr nur an der Leinwand an.

Die Künstlerin aus Mörshausen bemalt jetzt auch Holz. Genauer: Wunschbäume. Das sind viereckige Holzstämme mit montierten Ästen. Ihre Bäume sind bunt, sie haben immer eine Aussage und sie sind unterschiedlich.

Ihr Balkenkunstwerk „Clara und Anton“ wird im Frühjahr am Radweg (Aachen - Görlitz) an der Teilstrecke Neukirchen aufgestellt. Darauf freut sich Ingeborg Zinn schon sehr. „Es war wie immer, ich hatte eine Idee und habe einfach losgelegt“, sagt sie.

Einfach losgelegt

So war es auch am Anfang ihres neuen Lebens als Malerin. „Ich habe bei der Kreisverwaltung gearbeitet, und das war alles andere als kreativ“, erklärt sie. Irgendwann habe sie Lust aufs Malen bekommen. „Weil ich auf der Suche nach einem roten Bild war und kein passendes gefunden habe, malte ich mir selbst eins“, sagt sie und lächelt beim Gedanken daran. Das rote Bild hängt längst nicht mehr an einer der Wände ihres Hauses in Mörshausen. Längst sind viele andere Bilder hinzugekommen. Seit 2006 habe sie 700 Bilder gemalt. Auf der Insel Borkum, in Dresden und Paris hat sie bereits ausgestellt.

Und eigentlich sind ihre Bilder sogar weltweit zu sehen. Denn auch im Internet präsentiert sie ihre Werke. Die sind übrigens meistens recht groß. Leinwände bis zu 1,60 Meter stehen in ihrem kleinen Atelier. „Da kann ich mich künstlerisch richtig ausleben“, sagt Ingeborg Zinn. Denn die Malerei, die lasse ihr einfach keine Ruhe. Manchmal raube ihr die Kreativität sogar den Schlaf. „Dann stehe ich schon mal um drei Uhr nachts auf, um eine Idee umzusetzen“, erzählt sie. Jedes ihrer Werke sei ein Unikat. Das gelte auch für die wetterfesten Wunschbäume, die übrigens den Wunsch der Künstlerin nach einer intakten Natur widerspiegeln.

Sie zu bemalen, sei eine Herausforderung, weil die Fläche kleiner sei. „Der eckige Stamm soll ein wenige provozieren. Doch damit sei es auch genug an Erklärung, denn ihre Arbeiten sollen für sich sprechen. „Jeder sieht etwas anderes darin, macht sich seine Gedanken darüber“, sagt Zinn. Genau das sei das Besondere an der abstrakten Malerei. Bis zu vier Wochen arbeitet sie an einem Bild. „Manchmal geht auch etwas daneben“, sagt sie und lacht. Das gehöre halt dazu. Unkompliziert geht es zu, wenn sie den Pinsel ansetzt. Und so sollten es auch alle machen, die mit dem Malen beginnen, rät sie. „Man darf keine Angst, muss aber Spaß haben“, sagt sie.

Ingeborg Zinn ist froh, die Malerei für sich entdeckt zu haben und sie ist glücklich darüber, in ihrem Mann und ihrem Sohn Kritiker und Unterstützer zugleich gefunden zu haben. „Es ist viel Arbeit, denn das Malen ist nur der Anfang“, sagt sie. Ausstellungen und Verkauf verschlingen viel Zeit.

www.ingeborgzinn.com

Quelle: HNA

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