Schuldenstand wächst auf 51,7 Millionen Euro - Gewerbesteuern brechen ein

Fast keine Hoffnung mehr

Homberg. Es gibt fast keine Hoffnung auf Besserung, das machte Hombergs Bürgermeister Martin Wagner, bei der Präsentation des Etats 2012 deutlich. Das Defizit liegt bei 4,5 Millionen Euro. Der Schuldenstand der Kreisstadt wird zum Ende des Jahres voraussichtlich auf 51,7 Mio. Euro angewachsen sein. Zum Vergleich: 2000 lag der Schuldenstand der Stadt noch bei 14,8 Mio. Euro.

„Das können wir nicht ausgleichen“, sagte Wagner und fügte an, dass sich die Situation verändern könnte, wenn die Stadt unter den Schutzschirm des Landes schlüpfen würde. 15,9 Mio. Euro würde Homberg dann bekommen und könnte damit so manche Lücke stopfen. Ob das der Fall sein wird, werden die Stadtverordneten in den nächsten Wochen entscheiden. Nicht alle Fraktionen sehen den Schutzschirm des Landes als einen solchen an. Sie sehen langfristig den Handlungsspielraum der Stadt in Gefahr.

Zwei wesentliche Dinge schwächen den Haushalt:

• Einbußen wird die Stadt in diesem Jahr bei den Gewerbesteuern verzeichnen. Sie brechen um eine Mio. Euro auf dann vier Mio. Euro ein.

• 70 Prozent der Ausgaben der Stadt betreffen den Kanalbau. „Wir werden weitere sieben Millionen Euro für Kanalarbeiten aufnehmen müssen, die nicht in bereits aufgenommenen Krediten aus Sofortprogrammen enthalten sind“, sagte Wagner. Geld, dass ausgegeben werde, um den gesetzlichen Anforderungen an die Abwasserbeseitigung gerecht zu werden.

Eigentlich sei es nötig, die Gebühren für das Freibad, die Friedhöfe, die Dorfgemeinschaftshäuser und die Stadthalle deutlich anzuheben, sagte Wagner. „Sie müssten in Richtung Kostendeckung gebracht werden“, fügte er an. Doch sei auch mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung und die Belastung für die Bürger nicht immer das Notwendige umsetzbar. Dennoch müsse das Parlament künftig auch über Leistungseinschränkungen und Gebührenerhöhungen entscheiden. „Wir sind chronisch unterfinanziert und müssen daher auch Standards überprüfen.“ (may)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare