Ein fast vergessenes Fest

Lützelwig feiert dieses Jahr 825. Geburtstag, doch das wusste bis März niemand im Ort

Freuen sich auf die dreitägige Feier: (von links) Alexander Seib, Frank Schlieper, Martin Hamp, Eike Lukas und Friedrich Seibel vom Festausschuss. Dem gehören zwölf Mitglieder an, und viele weitere Dorfbewohner unterstützen das Team. Foto: Yüce

Lützelwig. Fast hätten die Lützelwiger den Geburtstag ihres Ortes nicht gefeiert. Dabei ist es eine besondere Feier, der kleine Homberger Stadtteil wird 825 Jahre. „Nur durch einen Zufall haben wir davon erfahren", sagt Ortsvorsteher Alexander Seib.

Auf einem mittlerweile 16 Jahre alten Zettel wurde die Notiz entdeckt, dass der Ort eigentlich schon 1189 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden war. Damals noch als Luczilwig. „Da haben wir nachgerechnet“, sagt Seib und lacht.

Mit den Planungen für die Geburtstagsfeier habe man im März angefangen, sagt Frank Schlieper. „Wir wollten etwas für das Dorf machen. Einen Dorfabend“, erinnert sich Seib an die ersten Ideen. Nach einem Infoabend war dann aber schnell klar, dass es mit einem Dorfabend allein nicht getan ist. „Das Interesse an einer Jubiläumsfeier war groß“, sagt Seib.

Von den 94 Einwohnern seien 40 dabei gewesen. Schnell gründete man dann einen Festausschuss - schließlich galt es viel zu planen und zu organisieren. Für ein dreitägiges Fest, das in der Größe so in Lützelwig schon seit Ewigkeiten nicht mehr gefeiert wurde. „Ich erinnere mich an die letzte große Dorffeier, da war ich sechs Jahre“, sagt der Ortsvorsteher, heute ist er 25.

„Es geht doch!“

Mittlerweile trifft sich der zwölfköpfige Festausschuss täglich im Dorfgemeinschaftshaus. Das ist so etwas wie die Schaltzentrale geworden. Pläne für den Dorfmarkt am Sonntag, Einsatzpläne für die freiwilligen Helfer, Hinweisschilder und mehr stapeln sich auf den Tischen.

„Manche Jubiläen werden weit mehr als ein Jahr im Voraus geplant. Wir hatten nur ein halbes Jahr“, sagt Eike Lukas. Doch davon ließen sich die Lützelwiger nicht entmutigen. Ganz im Gegenteil. „Fast jeder Haushalt hilft mit“, sagt Alexander Seib.

Das Fest habe den Zusammenhalt im Ort schon vor der eigentlichen Feier gestärkt. „Wir zeigen, dass auch in einem kleinen Ort einiges möglich ist.“

Ein Beispiel dafür: Irmgard Merkert und Renate Löwer haben dafür gesorgt, dass es eine stattliche Kuchentafel geben wird. 50 Blechkuchen werden die Lützelwiger für ihre Gäste backen.

150 Einladungen verschickt

Mit dabei sein werden wohl auch zahlreiche ehemalige Dorfbewohner. Zumindest hofft das der Festausschuss. „Wir haben 150 Einladungen verschickt. Deutschlandweit“, weiß Eike Lukas. Einige Ehemalige hätten sich bereits nach Übernachtungsmöglichkeiten erkundigt, erklärt Martin Hamp. Auch das sei ein tolles Ergebnis.

ir hoffen auch ein wenig, dass wir durch das Fest ein wenig bekannter werden. Uns kennen doch viele nur als den Ort, durch den man durchfährt. Der mit der Tankstelle, wo nur ein paar Leute wohnen“, sagt Seib.

Doch Lützelwig sei viel mehr. Ein schöner Ort, ein kleiner zwar, aber ein lebenswerter. „Wir haben nur sechs Straßen. Eine Hauptstraße und fünf Nebenstraßen“, sagt Eike Lukas. Deshalb werde es keinen Festzug geben. „Das lohnt sich nicht. Wir haben uns was anderes überlegt - einen Dorftag.“ So etwas wie einen stehenden Festzug. Es wird viele Stände mit traditioneller Handwerkskunst geben und eine Oldtimer-Schlepperausstellung. Und eine Bilderausstellung mit historischen Fotos. Eine Chronik wird es nicht geben. „Dafür war die Zeit zu knapp“, sagt Seib. Die gebe es dann vielleicht bei der nächsten Jubiläumsfeier, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Das Programm 

Gefeiert wird in Lützelwig von Freitag, 5. bis Sonntag, 7. September. Los geht es am Freitagabend um 20 Uhr mit einem Discoabend mit dem H&S Discoteam. Am Samstag wird das Fest feierlich im Festzelt eröffnet - mit dabei zahlreiche Ehrengäste und ehemalige Lützelwiger. Anschließend Musik und Tanz mit DJ Gerd. Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst im Zelt, um 11 Uhr beginnt dann der Dorfmarkt, und ab 13 Uhr treten die Silberberg-Musikanten auf - es gibt Kaffee und Kuchen. Ab 17.30 Uhr findet die Tombola statt.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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