Digitale Entgiftung bis Ostern

Fastenzeit ohne Handy: Fritzlarerin verzichtet auf ihr Smartphone

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Kristina Löwer aus Fritzlar. Verzichtet in der Fastenzeit auf ihr Smartphone.

Fritzlar. Fastenzeit 2017: Eine junge Frau aus Fritzlar verzichtet auf ihr Smartphone. „Normalerweise schaue ich ständig drauf – auch wenn ich überhaupt keine Nachricht bekommen habe“, sagt Kristina Löwer.

Vielleicht wäre das Leben ohne Smartphone sogar angenehmer, glaubt die 22-Jährige. Deswegen hat sie sich spontan dazu entschlossen, während der Fastenzeit auf das Handy zu verzichten, das man von der Funktionalität her eher als einen mobilen Computer beschreiben kann.

Altes Handy für Smartphone-Abstinenz

Für ihre Zeit der Smartphone-Abstinenz hat Löwer ein altes Mobiltelefon reaktiviert, mit dem man „nur“ telefonieren und SMS-Nachrichten verschicken kann. „Ganz ohne Handy wäre ein bisschen zu viel des Guten. Falls es einen Notfall gibt, muss man ja erreichbar sein“, sagt sie.

Smartphones bieten neben der Möglichkeit, über Anrufe und Textnachrichten zu kommunizieren, jede Menge andere Funktionen: Man kann sich zum Beispiel nach Fahrzeiten von Zügen erkundigen, mit Navigationsdiensten von A nach B finden und sich über WhatsApp austauschen – so können Textnachrichten, Fotos und Videos an Freunde verschickt werden. Außerdem können Gruppenchats erstellt werden.

Diese Funktion nutzt auch Löwer: Sie hat Chatgruppen mit ihrer Familie, dem Ortsverein des Roten Kreuzes, ihrer Berufsschulklasse – und eine weitere mit Klassenkameraden, mit denen sie sich besonders gut versteht. „In den WhatsApp-Gruppen werden oft Termine abgesprochen, das ist natürlich praktisch. Aber es wird auch viel Belangloses geschrieben oder es werden einfach lustige Bilder hin und her geschickt.“ Das findet die 22-Jährige völlig okay – man könne ja ruhig mal Quatsch machen. „Dabei geht aber eben auch viel Zeit verloren." Übrigens: Erst kürzlich gab es bei WhatsApp ein Update für mehr Speicherplatz. Im Mittelpunkt steht dabei eine Löschfunktion für überflüssige Bilder und Videos.

WhatsApp-Gruppen gehören für Kristina Löwer aber eigentlich – wie bei den meisten jungen Menschen – zur alltäglichen Kommunikation. Deswegen stellt sie auch nicht einfach so ihr Smartphone aus. „Am Sonntag habe ich mit einer Rundnachricht allen mitgeteilt, dass ich bis Ostern nur per SMS und Anruf zu erreichen bin“, sagt sie.

Gut für Abschlussprüfung: Weniger Ablenkung

Danach möchte sie ihr Smartphone wieder aktivieren. Nur so zum Spaß mache sie das Experiment aber nicht. Löwer: „Ich hoffe schon, dass das mit dem ständigen aufs Handygucken danach besser ist.“ Die Fastenzeit kommt ihr dabei gelegen – die Auszubildende muss für ihre Abschlussprüfung lernen. „Da habe ich ab jetzt viel weniger Ablenkung. Sonst stelle ich das Handy zwar beim Lernen auf Lautlos, schaue dann aber trotzdem immer, ob es gerade blinkt.“ Damit zeigen Smartphones unter anderem an, wenn eine WhatsApp-Nachricht oder eine E-Mail gekommen ist.

Außerdem wird sich die Fritzlarerin mit einem weiteren Problem in den nächsten Wochen nicht herumschlagen müssen: „In WhatsApp-Chats entstehen oft Missverständnisse, weil man bei einer Kurznachricht eben nicht die Mimik und Gestik einer Person sieht. Wenn etwas ironisch gemeint ist, kann man das nicht immer erkennen.“ Für Kristina Löwer heißt es ab sofort: Weniger Bildschirm, mehr richtiges Leben.

• In zwei Wochen lesen Sie, wie sich Kristina Löwers Leben ohne das Smartphone verändert hat.

Quelle: HNA

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