Lochkamerafotografie: Galerie mit Ausstellung der Künstlerin Waltraud Frese

Faszinierende Raumwelten

+
Waltraud Frese mit einer selbstgebauten Lochkamera vor einigen ihrer Exponate.

Holzburg. Faszinierende Lochkamerafotografien mit enormer Wirkungskraft sind bis Anfang Juni in der Galerie Holzburg zu sehen. „Der Raum“ ist der Titel einer Ausstellung der Künstlerin Waltraud Frese, die am Sonntag unter regem Besucherinteresse im Schrecksbächer Ortsteil Holzburg eröffnet wurde.

An die 40 Bilder - Handabzüge und Digitalprints, zum Teil als Negativ- und Positivprint - hat Waltraud Frese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie hängen im Eingangsbereich der Galerie und im Ausstellungsraum. Entstanden sind die Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit der „Camera obscura“ genau dort, im leeren Raum der Galerie, die zum Gelände des Alten Pfarrhofes Holzburg gehört.

Der leere Raum ist das Thema der Künstlerin. Von 2003 bis April 2013 hat sie die leere Galerie zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten fotografiert und so Veränderungs- und Wandlungsprozesse in einer beeindruckenden Licht-und-Schatten-Ästhetik festhalten. Die Fotos, die Waltraud Frese mit ihren selbstgebauten Kameras erzielt, brechen den Raum auf und lassen neue Raumwelten entstehen.

Mit ihren räumlichen Verschiebungen und Überlagerungen im Spiel von Licht und Schatten ziehen sie den Betrachter in ihren Bann.

Schon seit einigen Jahren sei es ihr Wunsch gewesen, die vor Ort entstandenen Fotos zu zeigen, sagte die 1945 in Ebingen geborene Künstlerin. Waltraud Frese lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und in Holzburg. Seit gut 30 Jahren beschäftigt sie sich mit der Lochkamerafotografie. Für ihre Fotos benötigt sie keine teure Kameraausrüstung.

Einige unterschiedlich große und geformte Blechdosen, im Inneren mit schwarzem Papier ausgekleidet und mit bis zu drei feinen Löchern versehen, Fotopapier, Licht, Zeit und Geduld sind die Grundlagen ihrer fotografischen Arbeit. Umso beeindruckender sind die Ergebnisse, die sie mit diesen einfachen Mitteln erzielt.

Die Vernissage Waltraud Freses bedeutete gleichzeitig die Wiedereröffnung der Galerie Holzburg. Zwei Jahre lang seien ihm Galerie und Hof öde vorgekommen und die Räumlichkeiten bestenfalls als Lagerraum genutzt worden, sagte Dr. Anton Merk, Leiter des Schwälmer Dorfmuseums Holzburg, der die Eröffnungsrede hielt.

Er halte die Wiederbelebung der Galerie für sinnvoll, sagte Dr. Merk. Es sei ihm ein Anliegen, die Schwälmer auch für moderne Kunst zu begeistern.

Daher freue er sich, dass die Räumlichkeiten der Galerie nun wieder für Ausstellungen genutzt werden könnten.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare