20-Jähriger wegen Schlägerei in Fritzlarer Schnellrestaurant zu Jugendstrafe verurteilt

Ein Faustschlag mit Folgen

Marburg/Fritzlar. Das Marburger Amtsgericht hat einen 20-Jährigen aus dem Frankenberger Land wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er am 13. Februar 2010 in den frühen Morgenstunden in einem Fritzlarer Schnellrestaurant einen jungen Mann grundlos mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat. Außerdem habe er gut zwei Monate später einen Türsteher einer Frankenberger Diskothek durch einen Flaschenwurf verletzt.

In der Verhandlung zeigte sich, welch schwere Verletzungen ein einziger Faustschlag verursachen kann. Laut Attest musste ein inzwischen 18-Jähriger nach dem Schlag zweimal operiert werden, um sein Auge zu retten.

Irreparabel ist dagegen ein Hauptnerv geschädigt, weshalb das Opfer seine linke Gesichtshälfte nicht mehr spürt. Durch den Schlag erlitt der junge Mann einen Bruch der Augenhöhle zum Kiefer hin, weshalb der Augapfel verrutscht war.

Der Angeklagte räumte diese Tat in Fritzlar ein. Er sei der Schläger, der auf dem Video einer Überwachungskamera zu sehen sei. Jedoch könne er sich an den Vorfall nicht erinnern, da er sehr viel Alkohol getrunken habe. Bereits am Morgen des Vortages habe er auf einer Geburtstagsfeier zu trinken begonnen. Ab dem Mittag bis er am nächsten Tag aufgewacht sei, wisse er nichts mehr. Weder Staatsanwaltschaft noch das Gericht wollten dies allerdings glauben.

Schließlich gab der Verteidiger für seinen Mandanten eine Erklärung ab, in der er die Äußerungen als Schutzbehauptung einräumte. „Ein bisschen Scham, ein bisschen Verdrängen und ein bisschen Verniedlichen der Situation, aber letztendlich steht er dazu“, so der Rechtsanwalt.

Der Geschädigte selbst berichtete, ein Freund des Angeklagten habe Begleiter von ihm angepöbelt. Er selbst habe beruhigend einwirken wollen, woraufhin er von dem bis dahin unbeteiligten Mann ohne Vorwarnung von hinten geschlagen worden sei.

Mit gesenktem Haupt

Der Angeklagte saß während der Aussage mit gesenktem Haupt auf seinem Platz. Anschließend entschuldigte er sich. „Ich kann es nicht mehr rückgängig machen, aber es tut mir leid“, sagte er.

Als Bewährungsauflage muss der Angeklagte 220 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Zudem muss er fünf Termine bei einer Sucht- und Drogenberatung nachweisen.

Erledigt ist die Sache für den Mann damit noch nicht, da sowohl der vom Faustschlag Geschädigte, als auch der Frankenberger Türsteher zivilrechtliche Schritte gegen ihn ankündigten. (zhe/nh)  

Quelle: HNA

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