Feiernder Feriengast büßte einen Zahn ein: Geldstrafe für 23-Jährigen

Schwalmstadt/Frielendorf. Weil er einem anderen Gast im Ferienpark Silbersee einen Zahn ausgeschlagen haben soll, musste sich ein 23-Jähriger vor dem Strafrichter verantworten. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilte das Gericht den Mann zu einer Geldstrafe von 800 Euro.

Ende Oktober 2011 hatte der Angeklagte mit Freunden aus dem Landkreis Peine im Ferienpark gefeiert. Gegen halb zwölf Uhr nachts kam es zur blutigen Auseinandersetzung mit einem 24-Jährigen aus Oberursel, der mit einer Gruppe aus dem Taunus an den Silbersee gereist war. Vor Gericht schilderten der Angeklagte und die Zeugen die Geschehnisse in zwei verschiedenen Versionen.

Der Angeklagte wies jegliche Schuld zurück. Er sei betrunken und müde gewesen und habe ins Ferienhaus gehen wollen. Vor dem Gebäude mit den feiernden und tanzenden Gästen sei er von einer Gruppe von fünf bis sechs Leuten umringt, bedrängt und dabei am Mund verletzt worden. „Ich weiß auch nicht, was die von mir wollten“, sagte der 23-Jährige. Er habe versucht, sie wegzudrängen, sei jedoch zurückgeschubst, mit Backpfeifen attackiert und in die Magengrube geschlagen worden. Da habe er ausgeholt und eine Person getroffen. „Ich wusste nicht, wie ich aus der Situation rauskommen sollte“, erklärte der Angeklagte. Beim Versuch zu fliehen sei er erneut festgehalten und mit weiteren Schlägen traktiert worden.

Der 24-jährige Geschädigte sagte aus, der angetrunkene Angeklagte sei vor der Tanzfläche auf ihn zugekommen und habe ihn in unverständlicher Weise angesprochen. Zudem sei es in den Räumlichkeiten recht laut gewesen. Er habe den Niedersachsen gefragt, was denn los sei und ihn dabei kumpelhaft an die Schulter gefasst, da habe der 23-Jährige zugeschlagen. Er sei benommen zurückgetaumelt, so der Geschädigte. Mit der Zunge habe er fühlen können, dass ein Zahn fehlte und er aus dem Mund blute. Während er zur Toilette ging, habe ein Freund auf der Tanzfläche den Zahn gefunden. Später sei er, wie seine Freunde auch, nach draußen gegangen, wo zwei Security-Leute den Angeklagten festgehalten hätten, bis die Polizei kam.

Vier Zeugen auf Seiten des Geschädigten bestätigten in für das Gericht plausibler Weise diesen Hergang. Einer gab an, der Angeklagte sei bereits zuvor draußen negativ aufgefallen, es habe verbale Auseinandersetzung gegeben, in die der Geschädigte gar nicht verwickelt war.

Zwei Zeugen auf Seiten des Angeklagten konnten diesen nicht entlasten, da sie die eigentliche Auseinandersetzung nicht beobachtet hatten. Der Verurteilte trägt die Kosten des Verfahrens.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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