Bussard ernährt seine Jungen mit Larven

Feind der Wespe

Sanft und wenig scheu: der Wespenbussard. Foto C. Gelpke/nh

Schwalm. Zur Freude vieler Genießer gab es in diesem verregneten Sommer weniger Wespen als üblich, die sich an Kuchen, Saft und Süßigkeiten zu schaffen machten. Ein Anpassungskünstler aber litt: Der Wespenbussard. Er braucht die Wespen für seinen Nachwuchs.

Ein Problem für das sanfte und wenig scheue Tier: Bei Wespenmangel kann es nur wenig Junge aufziehen. Der einem Mäusebussard ähnliche Greifvogel ist auch in den Wäldern der Schwalm zu Hause und ernährt sich fast ausschließlich von der Brut (also den Larven) der wehrhaften Wespen und Hummeln.

Wespen sind nur im Sommerhalbjahr unterwegs – der Wespenbussard ist daher Zugvogel und verbringt die meiste Zeit des Jahres in Afrika südlich der Sahara. Er wartet an Hecken und Waldrändern, bis eine Wespe auf dem Weg zu ihrem Nest vorbeikommt, und nimmt die Verfolgung auf, bis er ihren Neststandort findet. Er schlägt aber nicht sofort zu, sondern merkt sich lediglich die Lage des Nestes sehr genau.

So legt er in seiner Erinnerung nach und nach eine Karte der Wespennester in seinem Revier an. Im Juli sind die Wespenvölker groß genug, um die Ernährung der Jungen sicherzustellen.

Winterquartier

Nun sucht der Wespenbussard die zuvor gefundenen Wespennester auf und sammelt dabei eine Wabe nach der anderen ein, um seine Jungen mit den darin enthaltenen Larven zu füttern. Ende August geht’s zurück ins afrikanische Winterquartier.

Dieses Jahr werden die meisten Wespenbussarde schon früher abziehen, weil ihre Nahrung fehlt und sie kaum Jungen aufziehen konnten. (red/alx)

Von Stefan und Heinz Stübing

Quelle: HNA

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