Riesling füllt die Lücken

400 neue Weinstöcke für den Böddiger Berg - Verjüngung geht weiter

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Verjüngung am Böddiger Berg: Im Auftrag des Fördervereins Böddiger Berg pflanzt das Homberger Garten- und Landschaftsbauunternehmen Lambrecht 400 neue Weinstöcke

Felsberg. Die Verjüngungskur für den nördlichsten Weinberg Hessens geht weiter: Im Auftrag des Fördervereins Böddiger Berg pflanzt das Homberger Garten- und Landschaftsbauunternehmen Lambrecht 400 neue Weinstöcke.

Der Förderverein investiert nach Angaben seines Vorsitzenden Klaus Stiegel 10 000 Euro. Bereits vor zwei Jahren waren schon für 10 000 Euro 430 Weinstöcke gepflanzt worden. Und auch vor sieben Jahren waren neue Pflanzen in den Lavaboden gekommen.

Der ehemalige Felsberger Bürgermeister, der den 24 Mitglieder zählenden Förderverein seit seiner Gründung 1993 führt, spricht von einer Stabilisierung des Bestandes: "Es ist keine Erweiterung der Anbaufläche. Etwa 4000 Weinstöcke gehören zum Böddiger Berg, auf dem es im Vorjahr eine Rekordernte gegeben hatte.

Von dem 1,4 Hektar großen Weinberg sind 1,2 Hektar bepflanzt. 70 Prozent der Weinstöcke sind Ehrenfelser. Jetzt wird Riesling gepflanzt. Die zum Schutz grün eingewachsten Hochstämme kommen aus einer Rebschule in Mannheim. "Riesling und Ehrenfelser passen gut zusammen, lassen sich gut gemeinsam keltern."

Die Pflanzaktionen der vergangenen Jahre waren notwendig geworden, weil Weinstöcke eingetrocknet oder von Schädlingen befallen waren. Nach Angaben Stiegels gab es Probleme mit der Mauke, "und dagegen gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeit". Das sei eine von einem Pilz verursachte Erkrankung: "An der Veredelungsstelle bildet sich ein Geschwulst, das ist wie Krebs."

Ist die Pflanze geschwächt, dringt der Pilz in die aufgerissene Rinde ein. Künftig soll es dazu nicht mehr kommen. War die Veredelungsstelle bei früher gepflanzten Propfreben am Boden, so liegt sie laut Stiegel jetzt 30 Zentimeter hoch. Nach drei Jahren werden sich an den neuen Stöcken spärliche Trauben bilden. "In vier bis fünf Jahren rechnen wir dann mit einer vollen Ernte."

An der unteren Seite des Weinberges werden jetzt drei Reihen Kerner durch Riesling ersetzt. Der Kerner, sagt Stiegel, brachte zwar einen guten Ertrag. Die Trauben wurden aber früher reif, "und die Amseln und Waschbären ernteten die Früchte gern schon vor der Weinlese".

Mit den Pflanzaktionen will der Förderverein Stiegel zufolge ein Zeichen setzen: "Wir möchten den Weinberg fit machen für die Zukunft. Und wir möchten in Zukunft junge Mitglieder werben, die auch Verantwortung übernehmen."

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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